Bitcoin Preis – Manipulation? Analyse der BDD Daten


Wird der Bitcoin Preis manipuliert? Seit es Kryptowährungen wie Bitcoin gibt, wird über mögliche Preismanipulationen spekuliert.

Im Fokus der stets unbewiesenen Vorwürfe stehen dabei die Besitzer großer Mengen an Coins. Eine neue Untersuchung zeigt nun, dass diese ihre Bestände auffällig lange halten – was gegen Manipulationen am Bitcoin Preis spricht.

Spekulationen über Manipulationen am Bitcoin Preis stützen sich meistens auf die Behauptung, dass einige wenige Akteure einen Großteil der existierenden Coins besitzen und so gewissermaßen als „elitäres Netzwerk“ den Bitcoin Preis beeinflussen könnten. Besitzen diese Behauptungen Substanz? Oder macht allein die Enttäuschung über den gesunkenen Preis Bitcoin in den Augen mancher Trader zu einem Manipulationsobjekt?

Die Vermögensverteilung im Bitcoin Netzwerk

Tatsächlich entfällt ein Großteil des Bestands auf eine überschaubare Anzahl Wallets. Die Abbildung unten ist dem Branchendienst Bitinfocharts.com entnommen und zeigt die Verteilung von Bitcoins. Ziemlich genau 1.600 Adressen besitzen etwa 40 Prozent des gesamten Bestands.
Bitcoin Manipulation: Die Verteilung verläuft steil

Rund 1600 Adressen besitzen 40 Prozent aller Bitcoins (Quelle: www.bitinfocharts.com)

Die Verteilung erscheint nur auf den ersten Blick extrem. Bei genauerer Betrachtung ist eine solche Verteilung nicht ungewöhnlich, sondern der Normalfall. Deutlich wird dies an der allgemeinen Vermögensverteilung in Deutschland. Diese wird regelmäßig untersucht, Bitcoin und andere Kryptowährungen spielen dabei noch keine wesentliche Rolle.

Den Statistiken zufolge besitzt das reichste Prozent der Deutschen über ein Drittel des Gesamtvermögens. Die 45 reichsten Personen besitzen zusammen so viel wie die ärmere Hälfte der deutschen Bevölkerung. Eine ungleiche Verteilung ist somit zumindest kein Monopol der Kryptowährung.

Manipulieren die „dicken Fische“ den Bitcoin Preis?

Eine entscheidende Frage lautet: Sind die „Großbesitzer“ untereinander so stark vernetzt, dass ihre koordinierten Aktivitäten den Bitcoin Preis maßgeblich beeinflussen können? Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete im Dezember 2017 über die „Wale“, die einen Großteil der Bitcoins besitzen.

Bloomberg zitierte Kyle Samani, einen Managing Partner von Multcoin Capital: „Ich glaube, dass es einige hundert Leute gibt. Sie könnten sich anrufen und haben dies vielleicht auch getan“. Konkreter wurde  Samani allerdings nicht.

Eine zweite wichtige Frage lautet: Trennen sich die „dicken Fische“ gerade systematisch von ihren Beständen? Wandern Bitcoins also von den starken in die zittrigen Hände? Dies wäre ein Hinweis auf eine längere Abwärtsbewegung und könnte sogar als Indiz für das Platzen einer Blase gelten.

Viele der „zittrigen“ Hände müssten schon bei einem etwas niedrigeren Preis Bitcoin verkaufen, weil ihre Positionen zu einem wesentlichen Teil kreditfinanziert sind (deshalb wird „gezittert“). Aufgrund dieser Eigenschaft spricht das Auftreten von solchen Akteuren gegen eine nachhaltige Bodenbildung.

Gibt es konkrete, objektive Untersuchungen zum Verhalten der großen Marktakteure? Ein Ansatz dafür ist der „Bitcoin days destroyed“ Indikator (BDD). Auf dessen Entwicklung hatte zuletzt u.a. der “Bambou Club” auf Twitter aufmerksam gemacht.

Bitcoin days destroyed Indikator (BBD): Die Großen verkaufen nicht

Der BDD basiert auf Transaktionsdaten aus der Blockchain. Er wird berechnet als das Produkt der gehandelten Bitcoins und den Tagen, an denen diese zuvor nicht bewegt wurden. Ein Beispiel: Verkauft ein Marktteilnehmer 1.000 BTC, die zuvor 1.000 Tage nicht bewegt wurden, ergibt dies 1,0 Millionen Punkte für den BDD. Verkauft ein Marktteilnehmer 1.000 BTC, die erst einen Tag zuvor gekauft wurden, ergibt dies lediglich 1.000 Punkte für den BDD Indikator.

Hohe Werte des Indikators resultieren deshalb tendenziell aus Verkäufen von Akteuren, die seit längerer Zeit große Bestände halten. Ein hoher BDD Wert würde somit Kritiker stützen, die „dicken Fischen“ unterstellen, sich von ihren Beständen zu trennen und zu diesem Zweck auch den Bitcoin Preis manipulieren.

Der Chart unten zeigt die langfristige Entwicklung des BDD. Der Chart ist dem Blockchain Analysetool Oxt entnommen.
Bitcoin Days Destroyed Indikator BDD fällt

Der BDD Indikator erreichte im August 2017 ein Allzeithoch (Quelle: https://oxt.me/charts)

Der Chart zeigt, dass es ab Ende Dezember 2016 zu einem deutlichen Anstieg des BDD und im August 2017 zu einem Allzeithoch kam. Im November 2017 wurde erneut ein sehr hoher Wert gemessen. Danach allerdings kam es zu einem deutlichen Rückgang, der bis heute anhält.

Die derzeitigen BDD Werte wurden in den Jahren 2011, 2013 und 2014 überschritten. Dies spricht dafür, dass die jüngsten Kursverluste nicht auf Verkäufe durch große Marktteilnehmer zurückzuführen sind. Diese scheinen zum aktuellen Preis Bitcoin nicht verkaufen zu wollen.

Der BDD allein kann selbstredend kein Beweis dafür sein, dass es keine Manipulationen am Bitcoin Preis gibt. Der Indikator kann auch nicht die Befürchtungen entkräften, die sich auf die Konzentration von Marktmacht beziehen. Er macht aber deutlich, dass die Marktsituation weitaus komplexer sein könnte als es die Anhänger der Manipulationstheorien vermuten. Eine komplexe Marktsituation spricht gegen die Existenz einer Spekulationsblase, da diese zwar erst spät zu erkennen, aber recht einfach strukturiert ist.

Bitcoin ist unreguliert: Manipulation nicht zwingend verboten

Im Hinblick auf Manipulationsvorwürfe gilt es zu beachten, dass Bitcoin und Kryptowährungen nach wie vor weitgehend unregulierte Märkte sind. Absprachen, die im Wertpapierhandel strafbar wären, können im Zusammenhang mit dem Bitcoin Preis durchaus legal sein.

Im regulierten Handel sind jedenfalls keine Auffälligkeiten zu entdecken. In dem Times & Sales des Bitcoin Futures an der Chicago Mercantile Exchange (CME) ist ruhige, gleichmäßige Handelsaktivität dokumentiert. Es ist allerdings unwahrscheinlich, dass manipulative Akteure regulierte Börsen wie die CME oder CFD Broker wie eToro nutzen, solange es unregulierte Handelsplätze gibt.

Fazit: Wird der Bitcoin Preis manipuliert oder nicht?

Wird der Bitcoin Preis durch „dicke Fische“ manipuliert? Oder qualifiziert allein der zuletzt gesunkene Preis Bitcoin in den Augen „zittriger“ Akteure zum „ungerechten Manipulationsobjekt“? Sicher ist: Rund 40 Prozent aller Bitcoins entfallen auf ca. 1.600 Adressen. Anhand des BDD Indikators wird allerdings auch klar: Diese „starken Hände“ möchten zum aktuellen Preis Bitcoin eher nicht verkaufen.

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