Bitcoin Miner leiden unter Kursverfall – wo ist die Schmerzgrenze des Systems?

Die Kursverluste bei Kryptowährungen setzen Miner unter Druck. Mehrere große Projekte liegen auf Eis. Die Kosten des mittlerweile sehr aufwändigen Minings werden aufgrund der gesunkenen Kurse nicht mehr erwirtschaftet.

Das Grundproblem der Miner ist schnell erklärt. Miner sehen sich wie alle Unternehmen mit Erträgen und Kosten konfrontiert. Die Erträge bestehen in den geschürften Bitcoins: Gelingt es einem Miner bzw. einem Pool, einen Block anzuhängen, erhält er den Block Reward von 12,5 Bitcoins. Im Schnitt wird alle zehn Minuten ein neuer Block generiert. Dadurch entstehen derzeit 1.800 BTC pro Tag.

Die Kosten bestehen in den Abschreibungen auf Rechenleistung (ASICs) und dem für den Betrieb der Mining Farmen benötigten Strom. Die Kosten werden in EUR, USD, GBP etc. beglichen und nicht in Bitcoin. Fällt der Marktwert eines Bitcoins, sinken dadurch auch die Erträge der Miner. Bei konstanten Kosten führt ein andauernder Wertverlust der Kryptowährung irgendwann zum Durchbrechen des Break Even Points von oben. Offensichtlich ist es nun soweit.

Bladetech legt Mining Projekt auf Eis

Ein Beispiel für die aktuellen Probleme der Branche ist Bladetech. Das Unternehmen beschreibt sich auf seiner Homepage als das erste UK-basierte Unternehmen, dessen einziger Zweck im Mining von Bitcoin bestehe.

Auf der Homepage finden sich Szenariorechungen für Investoren. Ausgehend von einem Bitcoin Kurs von knapp 11.600 USD eine jährliche Rendite von 147 % erzielen, wenn der Kurs der Kryptowährung um 50 % steigt. Immerhin noch 5,5 % Rendite wurden für den Fall prognostiziert, dass der Kurs um 40 % einbricht. Ein Kursverlust von 40 % vom damaligen Niveau aus entspräche einem aktuellen Kurs knapp unter 7.000 USD. Bekanntlich lag der Bitcoin Kurs zwischenzeitlich bereits deutlich darunter und notiert auch nach der jüngsten Erholung noch deutlich niedriger.

Können Unternehmen wie Bladetech zum aktuellen Kursniveau noch profitables Mining betreiben?

Bladetech Mining Prognose

https://www.bladetec.com/

Wie die Financial Times berichtet, hat das Unternehmen seine Pläne angesichts der Turbulenzen an den Kryptomärkten zunächst auf Eis gelegt. Dem Beitrag der “FT” zufolge ist Bladetech nicht der einzige Fall.

Demnach hat eine große Zahl kommerzieller Miner ebenso den Betrieb eingestellt wie zahllose private Miner. Die FT beruft sich auf nicht näher genannte Experten, die die durchschnittlichen Kosten für das Mining eines Bitcoins auf 5.000 USD taxieren. Fällt der Preis darunter, wäre ein durchschnittlicher Miner demnach nicht mehr profitabel. Zitiert wird Aron van Ammers, CTO des Krypto-VC-Funds Outlier Ventures: “Für viele Miner notiert der Bitcoin unter den Kosten”.

Mining nicht mehr rentabel?

Das bedeutet allerdings nicht zwingend, dass Mining generell nicht mehr rentabel ist. Zum einen sind die Betriebskosten nicht für alle Miner gleich hoch. Standorte mit niedrigen Energiekosten und niedrigen Temperaturen wie Russland, Kasachstan oder China ermöglichen Mining zu geringeren Kosten.

Die Entwicklung schlägt auf viele andere, auch größere Mining Unternehmen durch. Das US-Unternehmen Gigawatt meldete bereits im November Insolvenz an. Bitmain, Ebang und Canaan haben ihre IPO-Pläne verschoben. Fundstrat Analysst Alex Kern gegenüber der FT (frei übersetzt): “Miner, die früh genug am Start waren, können überleben. Den anderen fehlen Reserven für die gegenwärtige Entwicklung”.

Wegbrechende Erträge beim Mining bedeuten jedoch nicht das Ende des Bitcoins. Steht dem System weniger Rechenleistung zur Verfügung, weil diese abgeschaltet wird, sinkt die Hash Rate. Dann dauert es im Durchschnitt länger, bis ein Block an die Blockchain angehängt wird. Dann sinkt mit relativ kurzer zeitlicher Verzögerung die Difficulty, sodass das Mining eines Blocks einfacher und damit billiger wird. Die Abbildung unten zeigt, wie eng Hash Rate und Difficulty miteinander verbunden sind. Dennoch: Wer im aktuellen Marktumfeld Mining betreiben möchte, sollte zunächst – mit Hilfe unseres Bitcoin-Mining-Rechner – genau nachrechnen.

Hash Rate Bitcoin Difficulty

https://bitcoinwisdom.com/bitcoin/difficulty

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