EZB: Bitcoin kein Risiko fürs Finanzsystem

Die Europäische Zentralbank veröffentlichte einen Bericht, der Aufschluss über die derzeitige Einschätzung zu Kryptowährungen wie den Bitcoin geht.

EZB sieht Coins nicht als Fiatgeld-Konkurrenz an

Während die Zentralbanken von Kanada und Singapur vor kurzem einen gemeinsamen Blockchain Test bekanntgaben und die Zentralbank Indiens ein vollständiges Kryptoverbot in Betracht zieht, meldet sich nun abermals die Europäische Zentralbank (EZB) zu Wort. Eigentlich ist der Bericht der wichtigsten Bank in der Union die Reaktion auf Statements des EZB-Chefs Mario Draghi. Als Währungshüter befasst sich die Zentralbank seit Aufkommen digitaler Währungen wie Ethereum, Litecoin und natürlich des Bitcoin mit der Frage, ob Digitalwährungen und der „reale“ Zahlungsverkehr mit Fiatgeld in Konkurrenz miteinander stehen. Auch die Analyse, ob Kryptowährungen eine Gefahr für die klassische Geldpolitik und die Stabilität des Finanzsystems darstellen, steht im Mittelpunkt.

Bitcoin und Altcoins ohne Einfluss auf die reale Geldpolitik

EZB-Präsident Draghi hatte bei öffentlichen Auftritten durchblicken lassen, dass Digital Assets die Finanzstabilität nicht bedrohen. Genauer aber äußerte er sich dazu nicht. Im aktuellen Bericht gibt es nun einen eigenen Themenkomplex unter der Überschrift „Mögliche Auswirkungen auf die Geldpolitik“. Hier kommen die Experten der EZB zu dem Schluss, dass die digitalen Währungen nicht die wesentlichen Funktionen und Aufgaben eines normalen monetären Systems übernehmen können. Zugleich heißt es im Bericht, Digitalwährungen wirkten sich zumindest derzeit nicht merklich auf die Realwirtschaft sowie die EU-weite Geldpolitik aus. Es wird allerdings nicht kategorisch ausgeschlossen, dass sich die Einschätzung in Zukunft ändern könnte. So hält es man es scheinbar für möglich, dass Anleger, die Bitcoin kaufen und andere Altcoins handeln, zu einem späteren Zeitpunkt Kryptowährungen als Quasi-Ersatz für Bargeld verwenden könnten.

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Kryptowährungen und Stablecoins in der Analyse

Gerade die Tatsache, dass der Handel Bitcoin und Co. nur selten als Zahlungsmittel akzeptiert, steht einer potenziellen Einflussnahme auf die Entwicklung von Preisen für Waren und Dienstleistungen durch Digitalwährungen zumindest momentan im Weg. Die Anfälligkeit für schwankende Kurse sieht der EZB-Bericht ebenfalls als Hindernis für die Anerkennung der Token als „monetärer Vermögenswert“. Sollte sich in diesen Punkten jedoch bald etwas ändern, hält die Europäische Zentralbank einen zunehmenden Konkurrenzkampf nicht für unmöglich. Ähnlich sieht die Einschätzung übrigens vorerst hinsichtlich verfügbarer Stablecoins wie Tether aus. In diesem Bereich hatten Banken wie JP Morgan zuletzt selbst Maßnahmen ergriffen. Interessant an der EZB Bewertung: Es fragt sich, ob die Entwickler der Digitalwährungen überhaupt Einfluss auf das etablierte Zahlungssystem nehmen möchten. Viele der Anbieter sind schließlich angetreten, um eine Alternativ zu schaffen, nicht um sich am bestehenden System zu beteiligen.

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