Einstein Exchange: Viele Kunden gehen leer aus

Die Schlagzeilen Anfang dieses Monats verursachten vielen Anlegern Sorgenfalten. Nun steht fest, dass bei der Börse das meiste Kapital verloren ist.

Kanadische Börse kann Kunden nicht auszahlen

Ein großer Wurf sollte sie werden, die Börse Einstein Exchange. So hatten es jedenfalls die Gründer vorgestellt und ihren Kunden entsprechend vollmundige Versprechen gegeben. Seit Anfang des aktuellen Monats nun stand für das Unternehmen fürs Erste fest: Ein die zuständige Aufsichtsbehörde BCSC beschlagnahmt alles, was mit der Börse zu tun hat. Für die zahlreichen Gläubiger der Firma aus Kanada ist dies Segen und Fluch zugleich. Zunächst einmal steht fest, dass Investoren, die über die Bitcoin Käufe und Transaktionen mit Altcoins durchführten, erhalten einstweilen kein Geld zurück. Dafür aber hat British Columbia Securities Commission immerhin endlich Ermittlungen aufgenommen. Seit Anfang November steht das Unternehmen deshalb im Auftrag des Supreme Court of British Columbia unter der Führung eines Insolvenzverwalters.

Kaum noch Kapital der Kunden aufzufinden

Der Börsenbetreiber hatte kurz zuvor die Schließung seiner Plattform vermeldet. Danach sah sich die Börsenaufsicht veranlasst zu handeln. Auch die Bedenken vieler Geldgeber setzten die behördlichen Schritte in Gang. Erste Forderungen auf Gläubigerseite gab es bereits im Frühjahr dieses Jahres, da Anleger zu diesem Zeitpunkt bereits nicht mehr auf Wallets zugreifen und Kapital auszahlen lassen konnten. Die damaligen Ängste erweisen sich nun in rund 200.000 Fällen als nicht unberechtigt. So viele Kunden nämlich hatte die Börse zuletzt laut Insolvenzverwalter Grant Thornton. Die Gesamtschulden belaufen sich den Berechnungen zufolge auf bis zu 10 Mio. USD. Die Börse scheint faktisch pleite zu sein, so die Kalkulation des Verwalters.

Zumindest förderten die Nachforschungen keine größeren Vermögenswerte zu Tage. Mittel in ausreichender Höhe gibt es also nicht, die zur Abfindung der Gläubiger genutzt werden könnten. Das triste Resultat der Berechnung: Nur knapp 34.000 USD sind nachweislich verblieben. Bei derlei Prüfungen schwingt stets die Vermutung einer Veruntreuung mit. So auch im Falle Einstein Exchange.

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Gezielter Betrug an Kunden? Behörde ermittelt weiter

Grund genug für die Behörde, anderweitige Vermögenswerte und Unternehmensanteile des Einstein-CEO Michael Ongun Gokturk vorerst ebenfalls zu beschlagnahmen. Die weiteren Ermittlungen sollen nun mögliche Kapitalverschiebungen auf andere Konten und Transaktionen in Token wie Litecoin, Ethereum und Co. aufdecken. Kryptowährungen bieten sich als anonyme Zahlungsmittel schließlich an, um unbemerkt Geld abzuziehen und dies andernorts zu verstecken. Gemeinsam mit verschiedenen Banken in Kanada und den USA will der Prüfer nun mögliche illegale Geldtransfers offenlegen.

Bleibt es am Ende beim geringem Restkapital, würden die allermeisten Anleger sprichwörtlich in die Röhre schauen. Auf unerfahrene Interessenten, die erstmals in den Kryptomarkt einsteigen möchten, wirken solche Meldungen nicht unbedingt vertrauenerweckend. Das Handeln der Behörden aber zeigt, dass Kunden zunehmend auf staatliche Hilfe hoffen dürfen.

Featured Image: Von Dominik Bruhn | Shutterstock.com

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