Japan: Mehr Fälle von Geldwäsche mit Kryptowährungen

Japan: Mehr Fälle von Geldwäsche mit Kryptowährungen

Japan registriert eine zunehmende Häufigkeit von Geldwäsche in Verbindung mit Kryptowährungen. Laut der Japan Times haben sich die Fälle im Jahr 2018 gegenüber dem Vorjahr verzehnfacht. Allerdings sind die Geldwäschedelikte insgesamt deutlich gestiegen.

Laut dem Bericht der Japan Times wurden im vergangenen Jahr mehr als 7000 Fälle gemeldet, bei denen Geldwäsche in Verbindung mit Kryptowährungen betrieben wurde. Dabei sind verschiedene Vorgehensweisen der Kriminellen denkbar. Sowohl der Handel über Kryptobörsen als auch der Austausch untereinander und Zahlungen von Waren und Dienstleistungen mit Bitcoin und Co. können Kriminellen zu Geldwäsche dienen.

Wie waschen kriminelle mit Bitcoin Geld?

Zu den Verdachtsfällen gehören auch Vorgänge, bei denen sich Nutzer unter verschiedenen Namen bei Handelsplattform angemeldet haben, dort jedoch stets das gleiche Bild zur Identifikation hinterlegt haben. Auch Fälle, bei denen Konten in Japan eröffnet wurden, obwohl die dem Konto zuzuordnenden Personen offensichtlich in anderen Ländern ansässig waren, zählen als Verdachtsfall.

Dass sich die Zahl der Geldwäschedelikte im Zusammenhang mit Kryptowährungen verzehnfacht hat, muss im Kontext der Gesamtentwicklung gesehen werden. Die Zahl der Geldwäscheverdachtsfälle ist in Japan im vergangenen Jahr um 2286 % gestiegen. 2018 waren damit in dem Land insgesamt mehr als 417.000 Fälle registriert worden. Im Jahr 2017 waren es noch etwas mehr als 17.000 Fälle.

Um Geldwäsche handelt es sich zum Beispiel, wenn mit dem Ziel, illegal erworbenes Geld zu legalisieren, überhöhte Preise für Produkte oder Dienstleistungen gezahlt werden. So könnte ein fingierter Onlineshop extreme Aufschläge auf den offiziellen Preis nehmen, wenn Kunden in Bitcoin zahlen. Die eingeweihten Kunden zahlen dennoch in Bitcoin und verschaffen dem Onlineshop somit legale Gewinne. Diese werden versteuert und anschließend entnommen.

Geldwäsche auch in Europa Argument für Regulierung

Japan plant, in Zukunft künstliche Intelligenz einzusetzen, um Verstöße gegen die Geldwäscherichtlinien leichter aufdecken zu können. So könnten Algorithmen zum Beispiel Transaktionsmuster über verschiedene Konten hinweg erkennen, die den Verdacht einer unlauteren Nutzung nahelegen.

Japan hat die Gesetze bereits verschärft. Bereits seit April 2017 sind Kryptobörsen verpflichtet, Kundendaten detailliert zu dokumentieren und alle verdächtigen Transaktionen an die Behörden zu melden.

Auch in Europa ist Geldwäsche eines der Argumente, mit denen die Befürworter der strengeren Regulierung des Kryptosegments ins Feld ziehen. Eine strenge Regulierung wurde zuletzt unter anderem von der Europäischen Wertpapieraufsicht (ESMA) gefordert. Diese will Kryptowährungen soweit wie möglich mit anderen Instrumenten gleichstellen.

Gegner einer strengen Regulierung führen an, dass Bitcoin nur für einen Bruchteil der Geldwäschedelikte verwendet werde. Eine strenge Regulierung bringe in dieser Hinsicht deshalb nichts. Gegner einer Regulierung fürchten insbesondere, dass Bitcoin und Co. ihren dezentralen Charakter verlieren und schlussendlich doch unter die Kontrolle von Staaten und Zentralbanken gelangen.

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