Was ist die Blockchain?

Über Bitcoin, Krytowährungen und die Blockchain Technologie wird zurzeit viel geredet. Doch was steckt hinter der Idee die die digitalen Währungen so revolutionär macht und was genau ist die Blockchain? Wir erklären wie die Blockchain funktioniert und was diese mit Bitcoins zu tun hat.


Was ist unter Bitcoins zu verstehen?

Bei dem Begriff Bitcoins handelt es sich um eine digitale Währung, die durch eine kryptographische Verschlüsselung geschützt wird. Dabei sind Bitcoins keineswegs neu auf dem Finanzmarkt, denn sie werden bereits seit 2011 weltweit auf den Wechselmärkten gehandelt. Allerdings wird die digitalisierte Währung nicht wie üblich von der Zentralbank herausgegeben, sondern durch dezentrales Erzeugen von neuen Bitcoins, was als "Bitcoin Mining" bezeichnet wird. Eine weitere Besonderheit des Bitcoins ist, dass der Handel mit der Digitalwährung frei von staatlichen oder superstaatlichen Kontrollen stattfindet. Das heißt, die digitalen Zahlungsmittel werden ausschließlich von User zu User gehandelt. Kontrollinstanzen gibt es dabei keine. Allerdings wird jeder Kauf auf den jeweiligen Bitcoin-Blocks notiert, wodurch jede getätigte Transaktion nachvollzogen werden kann. Dazu werden die jeweiligen Kontostände als auch alle getätigten Bitcoin-Transaktionen in einem öffentlichen Buchungssystem gespeichert, das als Blockchain bezeichnet wird. 

Was wird für den digitalen Währungshandel benötigt?

Wer in den Handel mit Digitaler Währung einsteigen möchte, benötigt dazu lediglich die Bitcoin-Wallet-Software mit der es möglich ist, die vollständige Bitcoin-Datenbank auf dem PC des Users zu laden. Zudem erhält der Bitcoin-Nutzer einen Identifikationscode sowie eine individuelle Bitcoin-Adresse. Ist alles installiert, kann es auch schon losgehen mit dem digitalen Währungshandel. 
 

Öffnen Bitcoins Tür und Tor für verbrecherische Handlungen?

Einige Nutzer sehen in der digitalen Währung eine alternative Art von Zahlungsmittel, das durchaus das Potenzial hat Banken überflüssig zu machen. Andere sehen den Handel mit Bitcoins eher skeptisch, denn die Kryptowährung ist zumindest im gesellschaftlichen, rechtlichen sowie wirtschaftlichen Bereich nicht ganz ungefährlich. So ist die digitale Währung einerseits anonym, andererseits ist sie zu transparent.

Durch die Blockchain ist es zwar möglich, jede Transaktion zu verfolgen und nachzuvollziehen, allerdings bleiben die Personen die hinter der Transaktion stehen im Verborgenen. Nun wird befürchtet, dass sich mit den Bitcoins neue Wege für kriminellen Handel öffnen. So könnte zum Beispiel mit den Bitcoins ein reger Waffen- oder Drogenhandel im sogenannten Darknet betrieben werden kann, ohne dabei Gefahr zu laufen entdeckt zu werden. Laut Aussage von Experten werden Bitcoins bisher aber kaum für strafbare Handlungen missbraucht. Zudem verlangen immer mehr Bitcoin-Anbieter, wie Web-Wallet-Betreiber oder Bitcoin-Wechselstellen eine Identifikation. So wird die Anonymität der Bitcoins ausgehebelt und mehr Sicherheit in das System gebracht.

Sind Bitcoins das Zahlungsmittel der Zukunft?

Sind-Bitcoins-das-Zahlungsmittel-der-Zukunft

Bitcoins sind sicherlich in der Lage als alternatives Zahlungsmittel zu fungieren. Allerdings fehlt es sowohl in der Politik, der Gesellschaft als auch der Rechtsprechung an dem notwendigen Know How für eine Digitalwährung. Zudem berechnet sich der Kurs für Bitcoins momentan nur durch Angebot und Nachfrage (zum aktuellen Bitcoin/Euro-Kurs), was auf die Dauer nicht genügt, um auf den internationalen Finanzmärkten bestehen zu können. Dabei wären Bitcoins als alternatives Zahlungsmittel durchaus attraktiv, denn sie verfügen gegenüber den herkömmlichen Zahlungsmethoden über einige Vorteile.

So könnten beispielsweise Überweisungen mit Bitcoins binnen Minuten ausgeführt und die Summe direkt auf das jeweilige Konto übertragen werden. Zudem könnte aufgrund der Transparenz von Bitcoins die Arbeit von Buchprüfern entfallen, was einem weltweiten Einsparpotential von mehreren Milliarden entsprechen würde. Diesen Aspekt hat auch die Finanz-und Versicherungsbranche schon längst entdeckt und Interesse an den Bitcoins und vor allem den dahinter steckenden Technologie – der Blockchain – bekundet. 

Blockchain Erklärung: Die Technologie hinter den Bitcoins

Blockchain-Erklärung-Die-Technologie-hinter-den-Bitcoins

Das Interesse der Finanz-und Versicherungsbranche an den Bitcoins als Währungssystem ist eher verhalten, da diesbezüglich mit vielen praktischen Problemen rechnen. Jedoch besteht großes Interesse an den Technologien, die hinter den binären Münzen stecken, der sogenannten Blockchain. 
 

Blockchain die revolutionäte Erfindung des Bitcoin-Systems

Experten sehen in den Blockchain die wohl größte technologische Erfindung des Bitcoin-Systems. Im Prinzip können die Blockchain auch als Herz des Bitcoin-Universums bezeichnet werden, denn ohne sie würde das Bitcoin-System nicht funktionieren. Schließlich können neue Bitcoins nur an Hand von den bereits erzeugten binären Münzen berechnet werden. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die diesbezüglichen Transaktionen der Vergangenheit nachgehalten werden können. Zu diesem Zweck werden die Kontostände und alle Transaktionen in der Blockchain gespeichert. Diese wird mittels eines großen Netzwerks von Computern verarbeitet, gesichert und die entsprechenden Daten den Nutzern bereitgestellt. Auf diese Weise lässt sich jederzeit nachvollziehen, was in der Vergangenheit geschehen ist. Allerdings sieht die Finanz-und Versicherungsbranche die Blockchain eher getrennt von den Bitcoins, das sich aus der Blockchain-Technologie weitere innovative Applikationen herstellen lassen.

Weiterentwicklung der Blockchain: Ethereum

Die Idee der Blockchain wird immer häufiger aufgegriffen und weiterentwickelt. Besonders die Ethereum hebt die Blockchain auf eine neue Ebene und öffnet sie für viele weitere Verwendungszwecke. Ethereum wird deswegen auch als Bitcoin 2.0 bezeichnet.

Ethereum ist ein verteiltes System, welches auf einer eigenen Blockchain basiert und für Smart Contracts konzipiert wurde. Somit ist Ethereum keine reine Kryptowährung, sondern hinter der Idee von Ethereum steckt noch viel mehr.

Ethereum basiert genau wie die meisten Kryptowährungen, unter anderem auch Bitcoin, auf der Blockchain-Technologie. Und genau die Vorteile der Blockchain-Technologie transferiert Ethereum nicht nur auf eine weitere digitale Währung, sondern stellt eine Plattform für Dapps (Distributed Apps) die aus Smart Contracts bestehen zur Verfügung.

Das auf der Blockchain-Technologie basierende Verteilte System der Dapps bietet viele Möglichkeiten. Beispielsweise für sichere E-Voting-Systeme, virtuelle Organisationen, Crowdfunding, oder Vertragsmanagement. So könnte beispielsweise das Grundbuchamt mit Ethereum abgelöst werden, denn Grundstücksverhältnisse könnten fälschungssicher in der Blockchain festgeschrieben werden.

Ethereum benötigt jedoch für die zur Verfügung gestellte Rechenleistung und den Betrieb von Ethereum eine digitale Währung Ether.

Bitcoin Mining: Wie wird funktioniert die Blockchain?

Das Bezahlen mit Bitcoins ist anonym. Weder der Sender, noch der Empfänger kann sehen, wer was bezahlt hat. Das geschieht über die Transaktion in einem Bitcoin Netzwerk. Es werden nur die Transaktionen aufgezeichnet und alle Transaktionen eines bestimmten Zeitraumes werden zu einem Block zusammengefügt.

Damit die Transaktionen zusammengefasst und fälschungssicher in die Blockchain geschrieben werden, gibt es das sogenannte Bitcoin Mining. Der Bitcoin Miner hat dann die Aufgabe, jede dieser Transaktionen zu bestätigen und in eine Liste der Blockchain einzutragen. Für diese Arbeit wird er entsprechend mit Bitcoins belohnt. Um den Miner zu belohnen sieht das Bitcoins-System vor, dass (derzeit) pro Tag 1728 neue Bitcoins durch Minen erzeugt werden.

Sobald ein Block fertig erzeugt wurde und die Transaktionen in die Blockchain fest geschrieben wurden, werden als Belohnung 12,5 Bitcoins ausgeschüttet (aktuell ca. 10.000 Euro). Um jedoch das Schürfen nach Bitcoins zu erschweren, aber auch die Fälschungssicherheit von Bitcoins zu gewährleisten sieht die Bitcoin-Mechanik eine eingebaute Schwierigkeit („Difficulty“) vor.

Jeder Block enthält außer den Transaktionen und dem digitalen Fingerabdruck des Vorgänger-Blocks auch noch eine lange Zufallszahl. Beim Berechnen eines Blocks muss eine Prüfsumme (Hash) berechnet werden. Damit ist der Hash eine Art Fingerabdruck für eine Liste von Transaktionen, mit dem leicht nachvollziehbar ist, ob diese manipuliert worden sind oder nicht, da sich dann der Hash unterscheiden würde.

Jedoch beinhaltet die Generierung der Prüfsumme (Hash) eine eingebaute Schwierigkeit: Die Prüfsumme muss kleiner sein als ein bestimmter Wert. Dieser Grenzwert hängt von der aktuellen Schwierigkeit „Difficulty“ ab. Je größer die Difficulty ist, desto kleiner ist dieser Schwellwert. Die Difficulty wiederum hängt davon ab, wie lange es gedauert hat, die letzten 2016 Blöcke zu berechnen. Denn laut Bitcoin-Algorithmus sollen ungefähr alle 10 Minuten ein neuer Block erzeugt werden, was bedeutet, dass pro Tag 144 neue Blöcke erzeugt werden. Derzeit wird ein Block mit 12,5 Bitcoins entlohnt, was 1728 Bitcoins pro Tag entspricht.  Falls die letzten 2016 Blöcke in kürzerer Zeit berechnet wurden, wird die Difficulty erhöht. Wurden weniger Bitcoins in dieser Zeit erzeugt, kann die Difficulty auch wieder sinken, was jedoch selten auftritt.

Vor-und Nachteile der Blockchain-Technologie

Die Blockchain-Technologie bringt Vorteile, aber auch Nachteil mit sich. 

Vorteilhafte Faktoren der Blockchain-Technologie sind unter anderem:

  • durch Verschlüsselung sowie Zugriffsverwaltung lassen sich große Datenmengen schützen;
  • große Datenmengen können gesammelt und analysiert werden;
  • Schwachstellen beispielsweise in der Lieferkette oder im Zahlungsverkehr werden automatisch aufgedeckt
  • Kostenreduzierung bezüglich interner und externen finanzieller Transaktionen

Es gibt aber auch negative Aspekte wie:

  • eingeschränkter Datendurchsatz
  • limitierter Speicherplatz
  • Verwaltung der jeweiligen Berechtigungen ist nicht unproblematisch

Fazit

Bis sich die Bitcoin- beziehungsweise Blockchain-Technologie als alternatives Währungssystem durchsetzt werden wohl noch Jahre vergehen. Dennoch sind die ersten Schritte schon gemacht und es bleibt abzuwarten wie es mit dem Binären Zahlungssystem weiter geht

Jetzt mit eToro traden!

Konto in wenigen Minuten eröffnen und mit dem Handel beginnen!

Schreibe deine Frage, Kommentar oder Problem

Dein Name wird neben deinem Kommentar angezeigt

Zusammenhängende Posts