Israel: Banken verweigern Steuerzahlungen in Bitcoin

Krypto-Investoren in Israel haben es derzeit schwer. Auch wenn sie ihre Krypto-Steuern zahlen möchten, Banken lassen dies bisher einfach nicht zu.

Bankenbranche will Geldwäsche nicht unterstützen

Wie widersprüchlich die wirtschaftliche und politische Lage für Inhaber digitaler Währungen wie Ethereum, Ripple und natürlich Bitcoin ist, zeigt das Beispiel Israel derzeit. Und zwar in deutlicher Art und Weise. Im Land gibt es seit etlichen Jahren etliche Unternehmen und Privatpersonen, die Bitcoin kaufen oder Interesse für Altcoins haben. Die über Ihre Konten und Wallets realisierten Gewinne würde mancher Investor auch liebend gerne in Kryptowährungen bezahlen. Allein, Israels Banken erlauben dies einfach nicht. Die digitalen Währungen stellen aus Sicht der Bankenwelt das größte Risiko für Geldwäsche dar. Bitcoin und Co. rangieren nach aktuellen Einschätzungen gemeinsam mit Geschäften im Immobiliensektor in der Top 3 der bei Kriminellen beliebtesten Wege um Geld zu waschen. Noch stärker wirkt vermutlich, dass Kryptocoins bei der Finanzierung des weltweiten Terrors hoch im Kurs stehen.Die Konsequenz: Dem Staat entgehen derzeit umgerechnet wohl mindestens 86 Millionen Euro an Steuern aus Transaktionen über Kryptobörsen und andere Handelsplattformen.

Wie viel Geld entgeht dem Staat Israel tatsächlich?

Da es keine eindeutigen Daten gibt, könnte die Dunkelziffer um einiges höher liegen. Und noch ein Knackpunkt zeigt sich aus Sicht des Fiskus und damit anderer staatlicher Behörden. Ließe man die Steuerzahlungen per Bitcoin (später evtl. auch in Altcoins wie Litecoin oder Bitcoin Cash) wäre dies ein Einblick in Transaktionsmuster. Wer nutzt digitales Geld in welcher Weise besonders stark? Dieses potenzielle Wissen lassen die Steuerbehörden durch ihre Praxis also ungenutzt. Der Quasi-Boykott der israelischen Banken ist natürlich nicht der einzige weltweit. Ländern wie Iran oder Thailand machen oder machten es Besitzern ebenfalls schwer. Teilweise verweiger(t)en Länder den Coins und der Blockchain die juristische Akzeptanz, weil sie die Technologie samt der Währungen für eigene Zwecke nutzen möchten. China hat Mining eine Kampfansage erteilt. Zahlungsbewusste Bürger und Firmen, die in Digitalwährungen investieren, stellt die Lage in Israel jedenfalls vor ein Problem dar. Ihre Einlagen werden schlicht und ergreifend nicht anerkannt.

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Steuerzahler drängen zunehmend auch rechtliche Klarheit

Um eine Vorstellung von den Folgen für den Staat zu bekommen, reicht ein Blick auf die derzeitigen Steuersätze. Erträge wären für private und gewerbliche Investoren mit 25 bzw. 47 Prozent besteuert. Israelische Medien bemängeln, dass sich der Staat die Einnahmen in unbekannter Höhe durch die Praxis der Banken entgehen lässt. Grundlage für die Verweigerungs-Haltung ist übrigens ein Statement der zuständigen Aufsichtsbehörden für den Finanzsektor. Damals hatten die Institutionen eine Warnung hinsichtlich der Einsetzbarkeit der Coins wie Bitcoin für „Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung“ ausgesprochen. Die Folge der momentanen Situation ist so heikel, dass Anleger selbst den Rechtsweg beschreiten, um so zu einem Einlenken bei Behörden und vor allem Banken zu erreichen. Schließlich sind Steuerschulden keine Kleinigkeit. Bisher müssten Steuern im Zweifelsfall zum aktuellen Wechselkurs gezahlt werden. Dies kann theoretisch gleichermaßen zu Ersparnissen wie zu höheren Steuerbelastungen führen.

Featured Image: Von Dan Josephson | Shutterstock.com

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