JP Morgan spricht Warnung vor Stablecoin-Risiken aus

Wenn ein Anbieter eines Stablecoins selbst vor den Risiken dieser Kryptosparte warnt, nimmt die Branche die Hinweise ernst. Fehlt es den Coins an Sicherheit?

Wie anfällig sind Stablecoins wirklich?

Ausgerechnet JP Morgan? So reagiert vermutlich Leser der aktuellen Meldungen zu den sogenannten Stablecoins. Selbige etablieren sich zunehmend als Alternative zu Bitcoin, Ripple oder Litecoin. Spätestens seit Bekanntwerden der Pläne Facebooks mit seinem Angebot Libra sind die besonderen Coins in aller Munde. Zum Wochenende publizierte die US-Großbrank JPMorgan eine eigene Analyse und Prognose für den rasch wachsenden Markt. Vor einiger Zeit gab die Bank bekannt, mit dem JPM Coin einen eigenen Stablecoin herausgeben zu wollen. Mit den neuen digitalen Währungen wie Libra und ähnlichen Angeboten hat das eigene Produkt aber wenig zu tun. So zumindest liest sich die JP Morgan-Analyse.

US-Bank sieht Gefahren bei hoher Nutzungsfrequenz

Ein Problem der neuen Coin-Generation: Die Systeme könnten aufgrund der hohen Belastungen der Netzwerke ausfallen. Die Folgen seien dabei kaum absehbar. Weiterhin – sieht man einmal vom kapitalstarken Facebook ab – mangele es vielen analysierten Systemen im Ernstfall an der unerlässlichen akuten Liquidität. Unter Umständen könnten die Anwenderzahlen schneller steigen, als es die Anbieter erwarten. Daraus könnten ebenfalls technische Probleme resultieren. Gerade Libra könnte nach dem angestrebten Start im Jahr 2020 extrem schnell wachsen wegen des großen weltweiten Interesses. Viele Systeme, so die Experten im Hause JPMorgan, könnten in Situationen mit besonders großem Ansturm vor ernsten Problemen stehen. Kommt es zu System- und Zahlungsausfällen, drohen auch außerhalb der Währungssystem selbst Komplikationen.

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Fehlende Positiv-Verzinsung als Problem?

Eben wegen der Verbindung zu Fiatgeld wie dem US-Dollar. Als Knackpunkt sieht die Analyse im Falle der Stablecoins auch den Aspekt der Rendite. Warum? Die Kopplung an „echtes“ Geld sorgt dafür, dass die digitalen Systeme über Absicherungs-Konten im Hintergrund wie normale Bankeinlagen keine Erträge mehr abwerfen. Die lockere Zinspolitik der Zentralbanken macht es möglich. Die Tatsache, dass Stablecoins durch Währungsrücklagen in Fiatgeld besichert sind, bedeutet ein nicht zu unterschätzendes Instabilitätsrisiko. Für die Analysten stellt auch Libra von Facebook durch negative Verzinsung einen Risikofaktor dar. Ob die Erwartungen richtig sind, wird sich wohl erst nach dem tatsächlichen Marktstart zeigen.

Featured Image: Von Stockcrafterpro | Shutterstock.com

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