Zunehmender Konflikt zwischen Telegram und SEC

Die Behörde SEC hatte das Vorhaben zur Telegram-eigenen TON-Blockchain im Oktober vorerst unterbunden. Nun schießt das Unternehmen rhetorisch zurück.

GRAM durch SEC-Beschwerde ins neue Jahr verschoben

Kritik an der Securities and Exchange Commission (SEC), einer der wichtigsten und einflussreichsten US-Aufsichtsbehörden, gab es in der Vergangenheit schon häufiger. Auch insgesamt mussten sich die verschiedenen Aufsichten in den USA vonseiten einiger Bitcoin Börsen oder Derivatanbieter einiges anhören. Zu langsames Arbeiten und fehlende Offenheit neuen Produkten gegenüber sind zwei Kritikpunkte. Dies galt zuletzt auch die Libra Foundation, denen die Behörden Steine in den Weg zu werfen versuchen. Und auch er Messanger-Dienst Telegram fühlt sich schlecht behandelt. Nun gibt es erneut Vorwürfe in Richtung SEC. Damit reagiert der Dienstleister zunächst einmal selbst auf SEC-Bedenken. Die Verantwortlichen bei der Behörde hatten festgestellt, der Telegram Token GRAM stelle einen Verstoß gegen geltendes Aktienrecht der USA dar. Das Verkaufsangebot von Telegram sei damit der Versuch, „nicht registrierte Wertpapiere“ an private Geldgeber zu veräußern.

SEC sieht in Gram ein Wertpapier und kritisiert Pläne

Im vergangenen Monat führte dies dazu, dass Telegram die geplante TON-Blockchain samt Verkauf der Token verschieben musste. Telegram selbst sieht im eigenen Projekt kein Wertpapier, die Beschwerde der Behörde sei somit nichtig. Alle Vorwürfe aus dem SEC-Schreiben an das Gericht in New York seien falsch. Ein Grund: Schon 2018 hatte ein privater GRAM-Verkauf stattgefunden. Selbiger war juristisch nicht kritisiert worden. Allerdings waren damals Großinvestoren Zielgruppe der Emission. Auch im aktuellen Falle handele es sich um eine „Privatplatzierung“, in deren Umfeld ausschließlich Anleger mit entsprechender Akkreditierung adressiert werden. Grundlage für die Ansprache sei eine Registrierung nach geltendem US-Wertpapiergesetz. Aus der Sicht des Dienstleister ist der Gram Token eine Währung und kein Wertpapier. Dass die Behörde dies weiterhin anders sieht, könnte noch für einigen Trubel sorgen. Für die SEC ist klar, dass Investoren beim Einstieg in ausdrücklich auf Kursgewinne des Coins spekulierten.

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Telegram: Behörde vertraut bei Einschätzung auf alte Parameter

Dies spricht für die Einordnung als Wertpapier anhand der Kriterien des sogenannten Howey-Test. Telegram wiederum wirft der SEC eine schlechte Informationspolitik vor. Darüber hinaus sei der Test in diesem speziellen Falle nur eingeschränkt einsetzbar. Bei digitalen Assets bedürfe es gesonderter Leitlinien, die bisher fehlten. Dass die Behörde in diesem Punkt klare Richtlinien für Kryptowährungen von Ark bis Zcash schuldig bleibt, könnte in der gesamten Branche noch für Probleme sorgen. Denn neben Libra und Gram warten noch etliche andere ähnlich ausgerichtete Projekte in der Pipeline. Telegram warnt die SEC abschließend, man riskiere durch die veraltete Rechtslage, dass sich viele Krypto-Firmen bald aus den USA verabschieden könnten. Der Start der TON-Blockchain soll nun später in 2020 erfolgen. Bis dahin warten alle Beteiligten gespannt auf die Entscheidung des zuständigen Gerichts.

Featured Image: Von AlekseyIvanov | Shutterstock.com

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