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Venezuela blockiert Coinbase und MercaDolar

Die beiden Krypto-Börsenplattformen sind in dem südamerikanischen Land seit dem 8. September gesperrt.

Nach Angaben von Venezuela Inteligente, einer Interessenvertretung für digitale Rechte mit Sitz in Venezuela, hat die nationale Regierung den Zugang zu zwei Handelsplattformen blockiert.

Inteligente wurde am späten Dienstagabend auf die Sperrungen aufmerksam, an denen sich Internetdienstanbieter beteiligt hatten, wobei kein klares Ziel oder Ergebnis hinter der Aktion genannt wurde.

Bei den beiden Plattformen handelt es sich um die US-amerikanische Krypto-Börse Coinbase und MercaDolar, eine Überweisungsplattform für Fiatwährungen.

Andres E. Azpurua, der Direktor von Venezuela Inteligente, verwies auf Präzedenzfälle.

„Es ist nicht das erste Mal, dass Venezuela Börsenplattformen blockiert. In der Vergangenheit waren vor allem Börsen zum Umtausch von Landeswährung in Fremdwährung betroffen“, erklärte er.

„Bislang wurden alle Sperrungen wieder aufgehoben“, fügte Azpurua hinzu.

Der Schritt der Regierung, den Zugang zu Coinbase zu blockieren, stört den Direktor besonders, da die Plattform nicht die einzige für venezolanische Bürger zugängliche Krypto-Börse ist. Es ist derzeit unklar, warum gerade Coinbase blockiert wurde.

Vor diesem Vorfall blockierten venezolanische Internetdienstanbieter am 28. August den Zugang zu Tunnelbear und Psiphon, zwei großen virtuellen privaten Netzwerken (VPN). Dies hatte jedoch keine wesentlichen Auswirkungen auf ihre Funktionalität.

Nachdem der selbsternannte Übergangspräsident Juan Guaidó angekündigt hatte, einen „Pakt der Einheit“ zu schließen, herrschen im Land derzeit erhebliche politische Spannungen. Eine Koalition von Parteien unterstützt die Verwirklichung dieses Paktes und fordert im Vorfeld der Kongresswahlen im Dezember verstärkten internationalen Druck gegen Maduro.

Azpurua vermutet, dass ein möglicher Grund für die Blockaden durch Internetdienstanbieter der Versuch sein könnte, in einem derart politisch aufgeladenen Klima zu überwachen, wem Gelder zufließen.

Im Zuge der Hyperinflation haben sich die Einwohner Venezuelas Bitcoin (BTC) als Zufluchtsort zugewandt. Laut einem Bericht von Chainalysis beteiligen sich die meisten an Peer-to-Peer-Börsen (P2P) wie Paxful und LocalBitcoins. Von der Regierung genehmigte Börsen hingegen sind nicht so stark verbreitet.

Im vergangenen Monat wurde zudem berichtet, dass der Bolivarische Rat der Bürgermeister am Sonntag Venezuelas Abkommen zur nationalen Steuerharmonisierung unterzeichnet hat, das die Kryptowährung Petro als Recheneinheit für die Zahlung von Steuern und Geldstrafen in 305 Gemeinden festlegt.

Vizepräsidentin Delcy Rodriguez sprach von einem „historischen“ Abkommen.

„Dieses Abkommen zur Steuerharmonisierung, das wir nach einer großen Debatte unter den 305 bolivarischen Bürgermeistern erreicht haben, ist in unserem Land ein beispielloses Ereignis“, meinte Bürgermeisterin Erika Farias.

Venezuela hat insgesamt 335 Gemeinden, die in 23 Bundesstaaten und den Hauptstadtdistrikt unterteilt sind.

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