Kryptowährungen: Die Marktbereinigung hat bereits stattgefunden

Was sich an den Kurszetteln längst ablesen ließ, wird nun durch die Studie eines Blockchain-Analysehauses bestätigt: Die Marktbereinigung bei Kryptowährungen hat bereits stattgefunden, weil sechs von sieben Coins in die Bedeutungslosigkeit abgesackt sind und fast alle anderen deutlich an Wert verloren haben. Dies muss dem Markt jedoch nicht abträglich sein.

Das Wirtschaftsblatt „Capital“ berichtet, dass von einstmals mehr als 2100 Kryptowährungen lediglich 300 überlebt haben. Das Blatt hat den Markt durch die Blockchain-Analysefirma Immutable Insight analysieren lassen. Nur bei 300 Kryptowährungen lässt sich demnach noch ein Preis sowie zumindest rudimentäres Marktgeschehen feststellen. Bei allen anderen Coins findet kein nennenswerter Handel mehr statt. Über die in der nächsten Ausgabe des Magazins thematisierte Studie berichten zahlreiche Medien, darunter auch die ARD.

Marktkapitalisierung ist um 700 Milliarden USD gefallen

Anfang Januar 2018 hatte die kumulierte Marktkapitalisierung aller Kryptowährungen den bisherigen Höchststand von 833 Milliarden USD erreicht. Genau ein Jahr später ist diese Marktkapitalisierung auf 120 Milliarden USD gefallen. Der Wert aller Kryptowährungen zusammen ist damit um mehr als 700 Milliarden USD gefallen. Katharina Gehra, Geschäftsführerin von Immutable Insight, wird zitiert: „Nach dem Goldrausch 2017 hat sich der Markt konsolidiert“. Stellvertretend für die Entwicklung steht der Bitcoin Kurs.

Die Analystin betont den positiven Aspekt dieser Entwicklung. Demnach sei die Konsolidierung des Marktes entscheidend dafür, dass sich der Markt auf jene Anwendungsfälle der Blockchain-Technologie konzentriere, die wirklich Sinn machten.

Ethereum: 58 % aller Transaktionen stammten aus Smart Contracts

Ein klares Indiz für die wachsende Akzeptanz der Technologie im Hinblick auf Anwendungen in der realen Welt sieht die Studie in der Nutzung der Ethereum-Blockchain. Demnach bestanden im Jahr 2018 bereits 58 % aller Transaktionen auf dieser Blockchain aus Smart Contracts. Im Jahr zuvor waren es lediglich 37 % gewesen. Dies weist darauf hin, dass realwirtschaftliche Anwendungsfälle an Bedeutung gewinnen. Smart Contracts könnten zur Erhöhung der gesamtwirtschaftlichen Produktivität beitragen, indem zum Beispiel Banken überflüssig gemacht werden.

Neben Ethereum gewinnt auch Ripple an praktischer Bedeutung. Die Technologie des Netzwerks wird bereits durch mehrere Banken genutzt. Unlängst hatte die Santander Bank mitgeteilt, dass bereits ein wesentlicher Teil der grenzüberschreitenden Transaktionen mit Ripple abgewickelt werden.

Hackerangriffe, wilde Spekulationen und Verzögerungen

Das Jahr 2018 war für Kryptowährungen aus verschiedenen Gründen ausgesprochen negativ. So wurden viele Erwartungen der Anleger, die in den Höchstkursen von Januar 2018 eingepreist waren, nicht erfüllt. So wurde damals bereits fest mit der Einführung eines börsengehandelten Indexfonds (ETF) auf Bitcoin gerechnet. Dieser ist bis heute nicht erhältlich.

Das Kryptosegment leidet nach Ansicht vieler Beobachter auch darunter, dass immer wieder wilde Spekulationen auftauchen, die im Nachgang für Enttäuschung sorgen. So sorgte zum Beispiel der US-Bundesstaat Ohio für Aufsehen, als angekündigt wurde, dass Steuern bald mit Bitcoin bezahlt werden können. Bei genauerem Hinsehen entpuppte sich die Meldung jedoch als weitgehend gehaltslos. Angeboten wurde lediglich eine Möglichkeit, Bitcoin im Vorfeld der Steuerzahlung in US-Dollar zu tauschen.

Während das Jahr 2018 mit neuen Höchstkursen sehr gut anfing, lässt sich 2019 sehr viel verhaltener an. Der Bitcoin Kurs startete mit einem Kurs von 3735 USD ins neue Jahr. Aktuell notiert die Leitwährung bei 3615 USD. Ethereum machte durch die Verschiebung eines lang erwarteten Updates aufgrund von Sicherheitsbedenken Schlagzeilen.

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