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Bahrain erteilt britischen Firmen grünes Licht zur Prüfung von Blockchain-Lösungen

30. September 2020 By Lacie-Mae Durham

Das in Großbritannien ansässige Unternehmen Fasset wird die Tokenisierung von sogenannten Hard Assets im „regulatorischen Sandkasten“ des Landes prüfen

Die Zentralbank von Bahrain hat Fasset, eine in Großbritannien ansässige Fintech-Firma, autorisiert, mit der Prüfung der Tokenisierung von Hard Assets in Bahrains regulatorischem Sandkasten zu beginnen.

Der Firma ist es gelungen, in einer Pre-Seed-Runde ungefähr 4,7 Millionen US-Dollar von „strategischen Geldgebern“ in Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE), Bahrain, Singapur und Kuwait aufzubringen.

Dem ging die Ankündigung von Fasset bezüglich der Einführung seiner ersten Krypto-Börse, FEX, in Bahrain im nächsten Jahr voraus. In der Ankündigung hieß es auch, dass sie Investoren aus Kuwait, Katar, Oman, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten offen stehen würde. Es wurden jedoch keine Einzelheiten über weitere Genehmigungen für Fasset bekannt gegeben.

Normalerweise schreibt die Region vor, dass diese Plattformen zunächst durch das Shariah Review Bureau zertifiziert werden. Diese in Bahrain ansässige Stelle prüft, ob die Firmen sich an die Grundsätze des islamischen Rechts halten können. Beispiele hierfür sind unter anderem das Verbot von Glücksspielen und die Erhebung von Kreditzinsen.

Viele Unternehmen außerhalb der Region halten diesen Schritt für überflüssig. Die Zertifizierung bietet jedoch einen Vorteil, da sie es den Unternehmen ermöglicht, ein Netzwerk von Investoren zu erschließen, die die islamische Finanzpolitik beachten. Dies ist ein beträchtlicher Vorteil – laut einer 2017 vom Malaysia International Islamic Financial Center durchgeführten Studie sind Investitionen von Netzwerken, die sich an die Scharia halten, mehr als 70 Milliarden US-Dollar wert.

Während die lokalen Gesetze im Nahen Osten Herausforderungen für das Wachstum der Krypto-Industrie darstellen, haben Länder wie Saudi-Arabien, die VAE und Bahrain daran gearbeitet das Umfeld zugänglicher zu gestalten.

Teil der Motivation für ihre Bemühungen ist die beträchtliche Zahl von Expats aus Entwicklungsländern, die in diesen Ländern leben. Die Entwicklung von Blockchain-Technologie für diese Bevölkerungsgruppe könnte die Überweisungsgebühren erheblich senken.

Konkrete Beispiele dafür sind zum Beispiel die RAKbank, eine in den VAE ansässige Privatbank, die Ripples Blockchain-Technologie übernommen hat, um ihre Überweisungswege zu erweitern. Die neuen Kapazitäten der Bank ermöglichen ihren Kunden schnelle grenzüberschreitende Zahlungen nach Indien und Bangladesch.

Die saudi-arabische Währungsbehörde (SAMA), die gleichzeitig auch die Zentralbank des Landes ist, arbeitet Berichten zufolge ebenfalls an mehreren Blockchain-Initiativen, darunter die Nutzung von Blockchain-Technologie zur Einzahlung von Geldern bei lokalen Banken.

Mit Fassets Einführung von FEX sowie dem Zugang zu Bahrains regulatorischem Sandkasten könnte das Unternehmen bald mit Rain, einer weiteren Krypto-Börse, um den lokalen Markt konkurrieren. Letztere ist bereits von der Zentralbank lizenziert und operiert innerhalb des Landes.