Bundesbank-Vorstand: Bitcoin und Altcoins kein Finanzmarktrisiko

Vorerst stellen Krypto-Coins aus Sicht eines Bundesbank-Vorstands keine wirklich Finanzmarktgefahr. Herausforderungen gibt es den noch zu lösen.

Bundesbank-Experte äußert sich zu Krypto-Folgen

Nicht erst seit Bekanntgabe der Facebook Pläne zur Währung Libra und dem angeschlossenen Zahlungssystem gibt es Warnungen hinsichtlich möglicher Gefahren für den Finanzmarkt. Mancher Kritiker hält Bitcoin, Ethereum andere Kryptowährungen allgemein für ein Risiko für den normalen globalen Finanzmarkt. Doch gerade der Facebook-Coin brachte neuen Schwung für die Spekulationen zu Auswirkungen auf die Finanzmarktstabilität. Durch einen potenziellen Nutzerkreis von einigen Milliarden Menschen weltweit könnte Facebook sogar systemrelevant werden. So jedenfalls die medialen Mutmaßungen einiger Bankenvertreter. Deutsche Bundesbank-Vorstand Burkhard Balz hingegen gab nun im Rahmen einer bei der Brüsseler Cloud Banking Conference zu Protokoll, er sehe zum aktuellen Zeitpunkt ausdrücklich keine solche Gefahr für den Finanzmarkt.

Balz: Stabilität des Finanzmarktes aktuell nicht bedroht

Thema der Rede waren nicht nur Kryptowährungen, sondern insbesondere auch die „digitale Transformation“ der Finanzwelt in Zeiten von Bitcoin und Co. weder für die Finanzbranche noch den Geldmarkt insgesamt stellten Krypto-Coins seiner Auffassung nach zum jetzigen Gefahr ein Risiko dar. Dies aber bedeutet nicht, dass sich die Lage nicht bald schon ändern könnte. Durch Regulierungslücken und zu unausgereifte Branchenstandards könnten durch den weiteren Fortschritt durchaus in Zukunft Probleme auftreten, so Balz im Verlauf seiner Stellungnahme. Ein zentrales Thema werde deshalb unter anderem die Überlegung sein, wie von behördlicher Seite auf zentrale Weise die dezentral ausgerichteten Währungssysteme der digitalen Welt reguliert und kontrolliert werden können. Hier sei auch und gerade die Bundesbank (wie auch ihre Pendants in anderen Staaten) gefragt. Als Zentralbank müsse die Einrichtung Überprüfungen mit Blick auf technologische Standards für die Kryptobranche vornehmen. Kürzlich hatte sich schon ein Kollege von Balz zu Facebooks Libra zu Wort gemeldet.

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Zentralbanken müssen stärker auf Digitalisierung reagieren

Der Währungseinsatz müsse ebenfalls unter staatlicher Kontrolle stehen. Und zwar in internationaler Absprache. Wie genau dies erfolgen soll, dazu äußerte sich der Bundesbank-Vorstand nicht weiter. Für wichtig hält Balz weiterhin eine zunehmende Digitalisierung er Bundesbank-Geschäfte. Zukünftig wird sich eine neu gegründete um die Realisierung einer Digitalisierungs-Agenda kümmern. Die Aufgaben für die Regulierungsbehörden infolge des Kryptobooms dürfen nicht unterschätzt werden. Gemeinsame Lösungsansätze auf globaler Ebene können nach Auffassung von Burkhard Balz am ehesten dafür sorgen, dass der Markt für Kryptowährungen nicht vollkommen unkontrolliert wächst. Von Bedeutung ist es laut dem Vorstandsmitglied, gleichermaßen die Vorteile als auch Risiken wahrzunehmen. Auf viele neue Fragen braucht es dringend Antworten.

Featured Image: Von Tobias Arhelger | Shutterstock.com

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