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Britische FCA will Kryptowährungsderivate verbieten

8. Oktober 2020 By Lacie-Mae Durham

Die Aufsichtsbehörde ist der Ansicht, dass sich einige dieser Produkte nicht für Endverbraucher eignen

Die britische Financial Conduct Authority (FCA) gab am Dienstag bekannt, dass sie einige Produkte, die auf Kryptowährungen basieren im Interesse ihrer Verbraucher verboten hat

Ab dem 6. Januar 2021 ist es in Großbritannien ansässigen Unternehmen nicht mehr erlaubt, Produkte zu verkaufen, zu vermarkten oder zu vertreiben, die die Kurse von Krypto-Vermögenswerten verfolgen.

Dazu gehören Futures, Optionen, Exchange-traded Notes (ETNs, auch börsengehandelte Inhaberschuldverschreibungen) und Differenzkontrakte.

Während Analysten glauben, dass die Entscheidung keine Auswirkungen auf den tatsächlichen Verkauf der Kryptowährungen haben wird, wird erwartet, dass Online-Handelsplattformen für Kryptowährungen wie Ether, Bitcoin und Ripple von der neuen Regelung betroffen sein werden.

Die FCA erklärte, dass die Entscheidung getroffen wurde, um die Endverbraucher vor unerwarteten finanziellen Verlusten durch unregulierte Krypto-Vermögenswerte zu schützen. Einzelhandelskunden sind auch anfällig für den volatilen Markt und unzuverlässige Einschätzungen.

Die Regulierungsbehörde fügte hinzu, dass unregulierte Krypto-Assets aus mehreren Gründen nicht für Endverbraucher geeignet sind.

Der vorläufige Direktor der FCA, Sheldon Mills, sagte, das Verbot unterstreiche das Engagement der Behörde, die Sicherheit ihrer Verbraucher zu gewährleisten.

„Dieses Verbot zeigt, wie ernst wir den potenziellen Schaden für den Einzelhandelskonsumenten bei diesen Produkten einschätzen. Der Verbraucherschutz steht hier an erster Stelle“, erklärte Mills.

Er fügte hinzu, dass die FCA Beweise dafür habe, dass Kleinanleger beim Handel mit Krypto-Derivaten massiv an Volumen verlieren, und dass das Verbot diesen Anlegern den notwendigen Schutz bieten würde.

Das Verbot bedeutet jedoch nicht, dass die Verwendung von Kryptowährungen selbst behindert würde. Danny Scott, der CEO und Mitbegründer der Krypto-Wallet CoinCorner, erklärte die Absicht hinter dem Verbot.

„Kürzlich führte die FCA des Vereinigten Königreichs eine Option für Bitcoin- und Krypto-Unternehmen ein, sich bei ihnen registrieren zu lassen. Dies ist ein erster Schritt zur Schaffung eines regulatorischen Rahmens für solche Vermögenswerte“, begann er.

„Sie scheinen diesen Vermögenswerten gegenüber positiv gesinnt zu sein. Nur wenn diese von Unternehmen als traditionelle, händlerorientierte Produkte verpackt werden, die Otto Normalverbraucher nicht versteht, zu denen er aber über einige Dienstleistungen leichten Zugang hat, ist das ein Problem.“

Diese Entscheidung der FCA wurde ein Jahr nach dem Vorschlag für ein solches Verbot finalisiert. Die Aufsichtsbehörde zitierte die Notwendigkeit, die Produkte aufgrund „komplexer Verträge, die auf komplexen Vermögenswerten aufgebaut sind“, zu verbieten.

Zur Zeit der Entscheidung wurden die Einsparungen durch ein solches Verbot auf 345 bis 583 Millionen US-Dollar pro Jahr geschätzt.