Iran lockert Verbot von Kryptowährungen

Die Iranische Zentralbank plant offenbar eine deutliche Lockerung des Verbots von Kryptowährungen. Die Pläne stehen offenbar im Zusammenhang mit den wirtschaftlichen Sanktionen der USA. Wann genau die Änderungen in Kraft treten, ist noch unklar.

Die Iranische Zentralbank hat einen frühen Entwurf ihrer Regierungspläne für Kryptowährungen veröffentlicht. Der Entwurf sieht vor, das geltende Verbot teilweise zurückzunehmen. Auch in Zukunft soll es demnach jedoch Restriktionen im Hinblick auf den Gebrauch von digitalen Währungen innerhalb der islamischen Republik geben. Über die Pläne berichtet der arabische Nachrichtensender Al Jazeera.

Mit Bitcoin US Sanktionen umgehen?

Der Entwurf wurde zu Beginn der jährlichen, zweitägigen Elektronic Banking and Payment Systems Konferenz in Teheran veröffentlicht. In dem Papier nimmt die Zentralbank zu Kryptowährungen und damit verbundenen Sachverhalten wie zum Beispiel ICOs, Tokens, Wallets, Mining und Kryptobörsen Stellung.

Kryptowährungen genießen im Iran seit den US Sanktionen gegen das Land größere Aufmerksamkeit. Die Sanktionen sehen unter anderem vor, den Iran vom globalen Finanzsystem abzuschotten. Sollte der Entwurf in dieser Form umgesetzt werden, entspräche dies der Aufhebung des im April vergangenen Jahres verhängten Verbots. Dieses untersagt allen Finanzinstitutionen den Umgang mit Kryptowährungen. Mit dem Verbot sollte unter anderem einer befürchteten Kapitalflucht entgegnet werden.

Gebrauch von Kryptowährungen im Land bleibt verboten – offiziell jedenfalls

Die Pläne zielen offensichtlich jedoch primär auf Belange des Außenwirtschaftszahlungsverkehrs ab. Jedenfalls stellte die Bank klar, dass der Gebrauch von Kryptowährungen als Zahlungsmethode innerhalb des Landes verboten sei. Auch das Verbot des Besitzes größerer Mengen von Kryptowährungen bleibt offenbar aufrechterhalten. Dieses Verbot zielt ebenfalls auf die Stabilität der inländischen Währung ab. So ist es iranischen Bürgern etwa verboten, mehr als 10.000 EUR zu halten.

Offensichtlich halten sich nicht alle an das Krypto Verbot. Laut Soheil Nikzad, Board Member der Iran Association of Blockchain, beläuft sich das tägliche Volumen der im Land mit Bitcoin abgewickelten Attraktionen auf ca. 10 Millionen USD.

Der Erlass der Zentralbank sieht auch die Zulassung des Gebrauchs von Wallets durch juristische und natürliche Personen vor. Zudem hat das Institut Mining als Branche anerkannt. Digitale Tokens können demnach ausschließlich durch zertifizierte Banken begeben und an lizenzierten Börsenplätzen gehandelt werden. Tokens, die nicht durch die nationale Währung Rial gedeckt sind, sollen demnach nicht als Zahlungsmittel zugelassen sein.

Die staatliche, ebenfalls durch den Rial gedeckte Kryptowährung und für die Zukunft geplante regionale Kryptowährungen sollen ausschließlich durch die Zentralbank betrieben werden. Lizenzierte Kryptobörsen sollen verpflichtet werden, AML und KYC Maßnahmen anzuwenden und für die Sicherheit der Einlagen ihrer Kunden zu haften.

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