Neue Krypto-Indizes gehen an den Start

Seit dem 20. März gibt es zwei neue Krypto-Indizes, die unter anderem bei Bloomberg und Reuters veröffentlicht werden. Der CMC Crypto 200 Index bildet 90 % des Marktes ab. In einer zweiten Variante bildet der Index das Kryptosegment unter Ausklammerung von Bitcoin ab.

Die beiden neuen Indizes werden durch den deutschen Indexanbieter Solactive berechnet und verwaltet. Gelauncht wurden der CMC Crypto 200 Index (CMC 200) und der CMC Crypto 200 ex BTC (CMC200EX) durch den Branchendienst Coinmarketcap. Veröffentlicht werden die Indizes bei NASDAQ GIDS, Bloomberg Terminals, Thomson Reuters Eikon (Refinitiv) und Börse Stuttgart. Unter anderem an der NASDAQ gibt es bereits andere Indizes auf Kryptowährungen. Diese bilden jedoch einzelne Coins und nicht den breiten Markt ab.

Was bringt ein EX-Index?

Die Indizes stellen reine Kursinformationen dar und können nicht gehandelt werden. EX-Indizes wie in diesem Fall gibt es auch in anderen Bereichen. Diese Indizes könnten fortan Aufschluss über den relativen Status Quo von Bitcoin innerhalb des Segments geben. Ein Beispiel: Würde sich der Index ohne Bitcoin deutlich besser entwickeln als der Index mit Bitcoin, wäre dies gleichbedeutend mit einer Aufholjagd der anderen Coins.

Im CMC Crypto sind 200 verschiedene Coins enthalten. Diese breite Aufstellung ist mit Risiken verbunden. In der Liste der Konstituenten finden sich im aktuellen Marktumfeld zwangsläufig extrem kleine Coins mit geringer Marktkapitalisierung und geringem Handelsvolumen. Während sich der Kurs von Bitcoin aufgrund liquidem Handel zuverlässig feststellen lässt, können die Kurse kleiner Coins allein aufgrund einzelner, überschaubarer Orders schwanken.

Lohnt sich ein breites Investment?

Jeder Index ist (auch) der implizite Versuch, eine Art Referenz für den Kryptomarkt zu entwickeln. Ob der CMC Crypto 200 sich zu einer solchen Referenz entwickeln kann, ist ungewiss. Aus Sicht von Anlegern erscheint es gegenwärtig kaum sinnvoll, in eine sehr große Zahl verschiedener Coins zu investieren – schließlich ist das Coinsterben womöglich noch gar nicht vorbei. Die meisten Akteure gehen heute davon aus, dass eine überschaubare Anzahl größerer VCs schlussendlich den Markt dominieren und Währungen mit zu geringer Reichweite ganz verdrängen wird.

Indizes können die Transparenz am Markt ein Stück weit verbessern. Als Transmissionsriemen für eine stärkere Nachfrage gilt jedoch die Einführung neuer Investmentprodukte wie z. B. ETFs. Sofern die US-Börsenaufsicht SEC einem ETF nicht ablehnend gegenübersteht, wird damit noch für das laufende Jahr gerechnet. Auch weitere Produkte wie z. B. die Bakkt Futures inklusive Warehouse Lösung werden für 2019 erwartet. In beiden Fällen dürften nicht annähernd so viele Kryptowährungen betroffen sein wie im CMC 200 enthalten.

Featured Image: Billion Photos / Shutterstock.com

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