Teil III: Bitcoin an regulierten Börsen: Was gibt es, was kommt noch?

Bitcoin als Exchange Traded Note

Dies ist der letzte Teil der Reihe „Bitcoin an regulierten Börsen“. Teil I findet sich hier und Teil II hier.

Bitcoin (und im Übrigen auch Ethereum) kann seit einigen Jahren als Exchange Traded Note (ETN) an der NASDAQ Stockholm gehandelt werden. Ein ETN ist eine besicherte Schuldverschreibung. Das schwedische Investmentunternehmen XBT Provider garantiert: „Wir kaufen Bitcoin für alle Gelder, die wir von Anlegern im Zuge des Verkaufs von Zertifikaten erhalten. Dadurch ist sichergestellt, dass wir stets zu 100 % gedeckt sind. Dies bedeutet, dass unser Portfolio (und damit unsere Verbindlichkeiten gegenüber Zertifikatsinhabern) dem Bitcoin Kurs folgen. Darüber hinaus wird das Zertifikat durch Global Advisors (Jersey) Limited garantiert.“

Den Bitcoin ETN gibt es einmal auf den BTC/USD Kurs und auf den BTC/EUR Kurs. Die jährliche Gebühr beträgt 2,5 %. In der USD-Variante wurden 20 Mio.  Anteile emittiert. Bei Onlinebrokern mit günstigen Konditionen für Orders im europäischen Ausland belaufen sich die Transaktionskosten auf ca. zehn Euro.

Bitcoin Trusts

Bitcoin Trusts sind Unternehmen, deren Anlagevermögen nahezu ausschließlich aus Bitcoins besteht. Die Aktie eines Bitcoin Trusts ist deshalb in etwa so viel wert, wie ihr rechnerischer Anteil am Bitcoin Vermögen des Trusts. Erwirbt ein Trust z. B. 1.000 Bitcoins und werden 10.000 Aktien emittiert, entfällt auf jede Aktie rechnerisch ein Bestand von 0,10 Bitcoins. Einen Anspruch auf Auslieferung gibt es dabei nicht. Das Verwahrungsrisiko tragen Aktionäre indirekt: Auch dem Trust könnten Coins gestohlen werden. Typischerweise verwahren Trusts ihren Bestand im Cold Storage Verfahren.

Zu den bekanntesten Bitcoin Trusts zählt der Grayscale BTC Trust. Dieser hat knapp 210 Millionen Aktien emittiert. Auf jede Aktie enfällt damit ein Bestand von 0,00098728 Bitcoins. Der Trust nennt ein AUM (Asset Under Management) in Höhe von 707,4 Millionen USD. Handelbar ist die Aktie seit dem 25. September 2013. Die jährliche Verwaltungsgebühr beträgt 2,0 %. Gehandelt werden kann die Aktie unter anderem an der Londoner Börse.

Noch immer nicht da: Der Bitcoin ETF

Er zählt zu den größten Verheißungen des Segments. Die Story: Wird ein Bitcoin ETF zugelassen, vergrößert sich die Nachfrage nach der Kryptowährung binnen kurzer Zeit enorm. Die nächste Hausse, so hoffen viele Beobachter (und ganz besonders Holder), wird durch den Bitcoin ETF ausgelöst. Ob dies der Fall sein wird, bleibt abzuwarten.

Tatsache ist: Bis jetzt gibt es keinen Bitcoin ETF. Falls ein solches Produkt zugelassen wird, dürfte dies zunächst in den USA der Fall sein. Mehrere Initiatoren arbeiten an der Zulassung eines ETFs auf Bitcoin.

VanEck und SolidX stellten am 22. Februar einen offiziellen Antrag bei der US Börsenaufsicht SEC. Diese muss innerhalb von 45 Tagen eine Entscheidung treffen. Die Entscheidung kann in einer Genehmigung, einer Ablehnung oder einer Verschiebung des Beschlusses bestehen. Im Jahr 2018 wurde der Antrag der beiden Unternehmen mehrere Male verschoben. Die Behörde kann sich maximal 240 Tage Zeit lassen.

Am 11. Februar reichte Bitwise einen Antrag bei der SEC ein. Die Genehmigung eines Bitcoin ETFs wird in der Branche als möglich erachtet.

Beantragt wurde auch ein ETF, der nur zu einem Teil Bitcoin enthält. Ebenfalls am 11. Februar reichte Reality Shares Advisors LLC, das zu Blockforce Capital gehört, einen Antrag bei der SEC ein. Beantragt wurde der Reality Shares Global Currency Strategy ETF, der an der NYSE Arca gehandelt werden soll.

15 % des ETF Portfolios sollen in Bitcoin Futures investiert werden. 75 % werden in kurzläufige Staatsanleihen investiert. Weitere 10 % entfallen auf dem Geldmarkt. Diesem ETF werden aufgrund der breiteren Diversifikation relativ gute Chancen eingeräumt.

Hier Teil 1 und Teil 2 zu unserer Analyse rund um Bitcoin an regulierten Börsen.

Featured Image: katjen / Shutterstock.com

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