Bitcoin der Banken: JP Morgan startet Kryptowährung

Die US Investmentbank J.P. Morgan hat eine Kryptowährung entwickelt, die nun als Prototyp getestet wird. Der JPM Coin soll als bankeigenes Verrechnungsmittel dienen und ist 1:1 an den US-Dollar gebunden. Die Bank will damit Zahlungen schneller und billiger machen.

J.P. Morgan wird ein ambivalentes Verhältnis zu Kryptowährungen nachgesagt. CEO Jamie Dimon gilt als ausgesprochen zurückhaltend den Hinblick auf Bitcoin und Co. Bitcoin bezeichnete der Chefbanker im Jahr 2017 als „Betrug“ und zog einen Vergleich zur holländischen Tulpenblase aus dem 17. Jahrhundert.

J.P. Morgan investiert hunderte Millionen in Blockchain-Technologie

Gleichzeitig investiert J.P. Morgan Chase einen dreistelligen Millionenbetrag in Forschungen rund um die Blockchain-Technologie. Die Bank war im Jahr 2017 aus dem Bankenkonsortium R3 ausgetreten, um anschließend mit Unterstützung von Ethereum Entwicklern eine hauseigene Blockchain namens Quorum zu entwickeln. Quorum ist nun die Plattform für den neuen JPM Coin.

In der am 14. Februar veröffentlichten Erläuterung zum JPM Coin wird dieser als Prototyp bezeichnet, der mit einer kleinen Zahl von Geschäftskunden getestet werde. Im weiteren Jahresverlauf soll das Pilotprogramm ausgeweitet werden. Pläne für den Einsatz am Endkunden bestehen derzeit nicht.

Der JPM Coin dient als bankinternes Verrechnungsmittel für die Zahlungsnetzwerke von J.P. Morgan. Der Coin 1:1 an den US-Dollar gebunden. J.P. Morgan garantiert den unbegrenzten Umtausch. Im weiteren Jahresverlauf sollen zusätzliche Währungen wie zum Beispiel der Euro eingeführt werden. Die Bank will mit dem Coin Zahlungen beschleunigen und die Kosten senken.

Ziel: Schnellere und billigere Zahlungen

Diese Ziele verfolgen die meisten Banken, die an der Blockchain-Technologie arbeiten. Auch das zentrale Versprechen von Ripple besteht in schnelleren und kostengünstigeren (insbesondere grenzüberschreitenden) Zahlungen. Die Santander Bank etwa wickelt bereits einen wesentlichen Teil ihrer grenzüberschreitenden Zahlungen über Ripple´s xCurrent ab.

Im Kern geht es J.P. Morgan um Business to Business Zahlungen. Ein Beispiel: Ein japanischer Kunde der Bank plant eine Überweisung an ein Unternehmen in den USA, das ebenfalls Kunde von J.P. Morgan ist. Auf konventionellem Weg müsste der Kunde in Japan zunächst JPY in USD tauschen, anschließend eine internationale Überweisung tätigen und warten, bis das Geld beim Kunden eingeht. Dafür fallen relativ hohe Kosten an. Zudem dauert es bis zur Gutschrift des Geldes beim Empfänger mehrere Tage.

Besitzen beide Unternehmen neben konventionellen Konten auch JPM Coin Konten, kann die Überweisung über die Blockchain in wenigen Sekunden ausgeführt werden. Der Zahlungsempfänger kann anschließend den JPM Coin in Echtzeit und 1:1 in USD umtauschen.

Viele Eigenschaften, die Kryptowährungen nachgesagt werden, treffen auf den JPM Coin somit nicht zu. Dies betrifft insbesondere die (in diesem Fall nicht vorhandene) Dezentralität. Anders als der durch Professoren entwickelte unit-e wird der JPM Coin damit keine Konkurrenz für Bitcoin. J.P. Morgan ist mit einer Bilanzsumme in Höhe von 2,6 Billionen USD die größte US-amerikanische Bank.

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