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Konkurrenz für Krypto: Banco do Brasil kündigt neues Zahlungssystem an

29. September 2020 By Lacie-Mae Durham

PIX soll im November dieses Jahres seinen Soft-Launch haben und könnte mit der lokalen Krypto-Industrie konkurrieren.

Die brasilianische Zentralbank hat die Einführung einer neuen Bankinfrastruktur zur Abwicklung plattformübergreifender Transaktionen durch alle Banken des Landes angekündigt. Der Soft-Launch des neuen Sofortzahlungssystems (PIX) wird voraussichtlich irgendwann im November 2020 erfolgen.

Nach dem derzeitigen System können Überweisungen nur an Werktagen von 8 bis 17 Uhr bearbeitet werden. Jeder Transfer kostet zwischen 0 und 16 Reais (2,85 US-Dollar), und es kann mehrere Tage dauern, bevor der Betrag auf dem Konto des Empfängers erscheint. Dies hängt von der Methode und der gewählten Bank ab.

Die brasilianische Nachrichtenagentur Veja schätzt, dass das Land nach der Einführung von PIX mindestens 19 Milliarden Reais (3,36 Millarden US-Dollar) einsparen könnte.

„Die fehlenden Kosten in Verbindung mit der Einfachheit und Schnelligkeit der Transaktionen mit PIX deuten auf einen erheblichen Einfluss auf Banken und Kartenzahlungsunternehmen hin. Schätzungen zufolge werden diesen beiden Sektoren jährlich Einnahmen in Höhe von etwa 19 Milliarden Reais verloren gehen.“

Während die Nutzer von PIX zu Beginn einen Internetzugang benötigen werden, such die brasilianische Zentralbank bereits nach Möglichkeiten, das System auch ohne Verbindung zu einem Mobilfunknetz zu betreiben, wie zum Beispiel die Verwendung eines auf dem Telefon gespeicherten QR-Codes.

Viele glauben, dass Kryptowährungen nach der Einführung von PIX ihre Attraktivität als Zahlungsmittel verlieren könnten. Dies könnte das Wachstum der Branche innerhalb des Landes stagnieren lassen, da Brasilien noch keine Bitcoin-Kultur entwickelt hat und Kryptowährungen eher als riskante Investitionen denn als Zahlungsmittel oder potenzielle Wertaufbewahrungsmittel gesehen werden.

João Manoel Pinho de Mello, Direktor der brasilianischen Zentralbank, erklärte, dass man einige Schritte unternommen habe und einige Veränderungen auf dem lokalen Markt stattgefunden hätten, die den Erfolg des Systems zu gewährleisten bzw. begünstigen. Zum einen ist die Anmeldung für das System für 34 Institutionen mit mehr als 500.000 registrierten Konten obligatorisch.

Zum anderen hat sich die Beziehung der Brasilianer zu den Banken seit Ausbruch der Pandemie verändert. Eine von der Beratungsfirma Bain & Company veröffentlichte Studie zeigt, dass seit dem Lockdown 44 % der erwerbstätigen Bevölkerung ihre erste Online-Banking-Transaktion über ihr Mobiltelefon getätigt haben. Da nun mehr Menschen bereits an Online-Banking gewöhnt sind, dürfte das die Chancen für eine reibungslose Intergration von PIX in die lokale Gemeinschaft erhöhen.