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Philippinen führen vor 2023 kein digitales Zentralbankgeld ein

23. Oktober 2020 By Lacie-Mae Durham

„Die meisten Zentralbanken sagen, dass sie in den nächsten fünf Jahren kein digitales Zentralbankgeld ausgeben, also nicht innerhalb meiner Amtszeit“, meinte der Gouverneur

Die Bangko Sentral ng Pilipinas (BSP), die Zentralbank der Philippinen, teilte CNN Philippines mit, dass sie in absehbarer Zeit kein digitales Zentralbankgeld herausgeben wird, obwohl die Aktivitäten in dieser neuen Branche im Land stark zugenommen haben.

Dies gab Benjamin Diokno, der Gouverneur der BSP, bei einer Pressekonferenz am Donnerstag bekannt. Dem fügte er hinzu, dass die Bank für den Rest seiner Amtszeit, die 2023 endet, die Forschung und Entwicklung rund um digitales Zentralbankgeld nicht weiter verfolgen werde.

Die Ankündigung erfolgte nach einer Sondierungsstudie der Zentralbank über die Realisierbarkeit einer vom philippinischen Staat unterstützten digitalen Währung. Diokno erklärte, dass noch viel mehr Arbeit geleistet werden müsse, bevor ein digitaler philippinischer Peso ausgegeben werden könne.

Im Juli dieses Jahres richtete die Zentralbank einen Ausschuss ein, der sich mit der Machbarkeit und den politischen Implikationen der Herausgabe digitalen Zentralbankgeldes befassen sollte. Das Interesse der Zentralbank an digitalen Währungen entstand zu einer Zeit, da digitale Zahlungen im Land auf dem Vormarsch sind und die Gesundheitskrise im Zusammenhang mit Covid-19 die Menschen dazu veranlasst, sich digitalen Transaktionen zuzuwenden.

Globe Telecom, der große Mobilfunkanbieter hinter der GCash-App, erklärte, dass die Zahl seiner registrierten Nutzer ab Mitte März bis Ende Monat um 150 Prozent in die Höhe geschnellt ist. Im Mai hat sich der Gesamtbetrag der auf der Plattform getätigten Zahlungen gegenüber dem Vorjahr verachtfacht.

GCash ist mit 20 Millionen registrierten Nutzern der größte Anbieter mobiler Gelddienste sowie die größte Mobile-Wallet des Landes.

In ganz Asien beschäftigen sich die Zentralbanken mit der Frage der Einführung digitaler Währungen. Die japanische Regierung hatte erklärt, dass die Zentralbank mit digitalem Zentralbankgeld experimentiert habe und dass ein digitaler Yen ein Punkt auf der diesjährigen Agenda der Legislative sein werde.

Auch Thailand erforscht digitales Zentralbankgeld. Die Zentralbank arbeitet an einem Projekt zur Entwicklung des Prototyps eines Zahlungssystems mit digitalem Zentralbankgeld für Unternehmen. Dieses Projekt wird auf der bestehenden Blockchain-Initiative der Bank von Thailand, Projekt Inthanon, aufbauen.

Im Wettlauf um die Entwicklung digitalen Zentralbankgeldes hat jedoch China die Führung übernommen. Das Land hat sein Pilotprojekt für eine nationale digitale Währung (Digital Currency Electronic Payment, DCEP) bereits Anfang dieses Jahres gestartet.