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Südkorea: Metropole will eigenen Coin einführen

2. Juli 2019 By Matthias Nemack

Die Großstadt Busan im Südosten Südkoreas will schon bald eine eigene Kryptowährung realisieren. Geplant ist ein Stablecoin mit Bankkonto-Anbindung.

Kryptowährung soll Stadt zum Blockchain-Zentrum machen

Asien ist bekanntlich seit Jahren nicht nur als Herkunftsland vieler digitaler Währungen zwischen Bitcoin und Monero führend im Kryptosektor. Neben dem hohen Entwicklungsstand in der Region zeichnet sich in Ländern wie Japan und Südkorea ein besonders reges Interesse für Kryptowährungen ab. So konnten wir vor einigen Wochen beispielsweise verkünden, dass die japanische Bank SBI Holdings eine eigene Börse starten will. Anfangs sollen Kunden über die Kryptobörse zum Beispiel Ripple oder Bitcoin Cash handeln können. Natürlich wird die Kundschaft auch Bitcoin kaufen können. Die südkoreanische Großstadt Busan will nun zwar keine Börse, aber doch eine eigene Währung starten. Diese könnte in Teilen dem JPM Coin der US-Bank JP Morgan ähneln. Busan ist hinter Seoul die Nr. 2 unter Japans Metropolen. Die Entscheidung zur Einführung eines eigenen Coins ist in diesem Fall keine Randnotiz in Nachrichtensektor. Immerhin hat die Hafenstadt rund 3,5 Millionen Einwohner und damit potenzielle Coinnutzer.

Verantwortliche geben Stablecoin den Vorzug

Angedacht ist ein Stablecoin mit einer 1:1:-Kopplung an ein Konto bei der kooperierenden Busan Bank. Das Vorhaben kommt in diesem besonderen nicht aus dem Nichts. Der Hintergrund: Südkorea hat sich für einen sehr engagierten Weg im Hinblick auf den wachsenden Kryptomarkt entschieden. Das Land ist sehr aktiv und möchte nach neuesten Meldungen sogar eine Art „Blockchain-Sonderzonen“ schaffen. Busan stellt sich durch die Pläne zur eigenen Währung gewissermaßen selbst ein Empfehlungsschreiben aus. Noch bevor andere Großstädte vergleichbare Maßnahmen in Angriff nehmen. Im Frühjahr war schon bekannt geworden, dass Busan ohnehin zu den Sonderzonen-Favoriten der Regierung gehört. Mögliche Zweifel will die Stadtführung wohl frühzeitig aus der Welt schaffen. Die Sonderzonen sollen eine Ausnahmestellung bei der sonst sehr strengen Regulierung des Kryptomarktes einnehmen. Kunden der Busan Bank sollen Konto-Reserven direkt über eine integrierte Wallet abrufen können. Als ausschließlich uneigennützig sind die Pläne der Stadt nicht zu einzuordnen.

Sonderzonen sollen ICO-Zulassungen vergeben können

Busan möchte nicht zuletzt der regionalen Wirtschaft neuen Schwung verleihen. Für die Zulassung als Sonderzone erhielte die Stadt zudem verschiedene Sonderrechte. So könnten Unternehmen innerhalb der Grenzen der Zone ICOs nach Vorgaben der Stadt Busan durchführen. Im übrigen Südkorea besteht nämlich ein weitgehendes Verbot für Initial Coin Offerings. Noch in diesem Monat will das zuständige Ministerium bekanntgeben, welche Städte das Rennen gemacht haben. Ein schwergewichtiger Mitbewerber ist natürlich die Landeshauptstadt Seoul. Auch dort wirbt man um die Gunst des Ministerium, welches später auch Fördermittel verteilen wird. Um zu Südkoreas Blockchain-Metropole zu werden, soll Seoul übrigens umgerechnet fast 95 Mio. Euro in die Hand genommen haben. Mit diesen Mittel soll eine „Smart City“ entstehen, in der Blockchain in vielerlei Weise eine zentrale Rolle spielt. Beim Thema Wahlen wurde das selbst gesteckte Ziel bereits erreicht.

Featured Image: Von Avigator Fortuner | Shutterstock.com