Zentralbanken Singapur und Kanada starten Blockchain-System

Es ist das erste Mal, dass zwei Zentralbanken ihre Blockchainsysteme für Transaktionen von Land zu Land zusammengebracht haben. Wenn auch nur für einen Test.

Erste Kooperation zweier Zentralbank-Blockchains

Die allermeisten Zentralbanken weltweit sind sich noch immer nicht ganz darüber im Klaren, was sie von der Blockchain halten und wie sie auf Kryptowährungen reagieren sollen. Für Anleger, die Bitcoin kaufen oder andere Coins handeln, macht es diese Unentschlossenheit samt der Diskussionen zu möglichen Regulierungen nicht unbedingt leichter. Gleiches gilt für Unternehmen, die die Blockchain für eigene Produkte und Dienstleistungen verwenden. Während in dieser Woche wurde bekannt, dass Finnlands Finanzaufsicht klare Regulierungsregeln zu Anfang Mai eingeführt hat und Indiens Zentralbank über ein grundsätzliches Verbot von Kryptowährungen diskutiert, haben die Zentralbanken der Länder Kanada und Singapur nun Tatsachen geschaffen und können eine erfolgreiche Zusammenarbeit ihrer Blockchain-Entwicklungen verkünden.

Beide Zentralbanken sind schon seit Jahren Blockchain-affin

Richtig: Beide Zentralbanken betreiben bereits eigene Zahlungssysteme, die auf der Blockchain fußen. Die besagten Systeme hören auf die Namen „Ubin“ (Kanada) und „Jasper“ (Singapur). Es handelt es sich um den ersten Fall einer solchen Blockchain-Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinweg. Beide Institute arbeiten nach eigener Aussage schon seit rund drei Jahren an passenden Lösungen auf Basis der Blockchain, um globale Zahlungsflüsse preiswert, sicher und zügig zu ermöglichen. Entsprechend groß ist das mediale Echo – in einem Bericht, denn die Währungsbehörde von Singapur und die Bank of Canada diesbezüglich zusammen veröffentlicht haben, heißt es, man wolle mit der Kooperation dafür sorgen, dass mehr Finanz- und Währungsbehörden sowie die Zentralbanken anderer Länder endlich verstärkt an der Entwicklung eigener Blockchain-Systeme arbeiten.

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Wächst das Testnetzwerk schon bald weiter?

Gerade die kurzen Ausführungszeiten für Transaktionen loben die beiden Partner. Die geringen Transaktionskosten heben die Zentralbanken ebenfalls hevor. Darüber hinaus weisen die BoC und die MAS auf die Währungsrisiken aufgrund der Schwankungen am Devisenmarkt hin. Diese drei Schwachstellen etablierter Zahlungssysteme könnten durch den Einsatz der Blockchain weitgehend bewältigt werden. Der erste Test jedenfalls sei erfolgreich verlaufen, heißt es in der gemeinsamen Stellungnahme. Das erhoffte Potenzial und die Effizienz hätten sich bestätigt. Vor allem allgemeingültige Standards und Normen braucht es, so die beiden Zentralbanken, damit aus Tests tragfähige Modelle für den ständigen Einsatz werden können. Bis Unternehmen und Privatkunden Gelder in Ethereum, Litecoin oder eben Bitcoin über normale Banken versenden können, wird noch eine Weile dauern.

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