Koreas Zentralbank hat Zweifel an offizieller Kryptowährung

Die koreanische Zentralbank hält nicht viel von offiziellen Kryptowährungen, die durch Zentralbanken begeben werden. Sogenannte Central Bank Digital Currencies (CBDCs) seien nicht förderlich für die Finanzstabilität. Zentralbanken weltweit zeigen großes Interesse an Kryptowährungen und deren Einsatz im grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr.

Die koreanische Zentralbank kommt in ihrem jüngsten Bericht zu der Auffassung, dass eine CBDC nicht förderlich für die Finanzstabilität eines Landes sei und die Einführung einer solchen Währung stattdessen zu verschiedenen Formen von monetärem Chaos führen könnte. Die Studie kommt zu weiteren überraschenden Ergebnissen.

Weniger Kredit durch Zentralbank Kryptowährung?

Die Einführung von CBDCs würde der Studie zufolge zu einem Rückgang des Angebots an privaten Krediten durch kommerzielle Banken führen. Diese Banken würden daraufhin höchstwahrscheinlich ihre Zinssätze erhöhen.

Die Autoren Young Sik Kim und Ohik Kwon sehen zudem das Risiko, dass nach der Einführung einer Zentralbank Kryptowährung mit einem positiven Zinssatz sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen in großem Stil Guthaben in diese neue Währung umschichten. Das Bankensystem könnte dadurch instabil werden, was zusätzlich zu einem Rückgang des Angebots an Kredit führen könnte. In harschen Worten handelt es sich bei einem solchen Szenario um einen kollektiven Bankrun.

Diverse Zentralbanken aus der ganzen Welt forschen derzeit an Möglichkeiten rund um die Einführung einer CBDC. Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) veröffentlichte im Januar einen Report, demzufolge 70 % der wichtigen Zentralbanken weltweit mit CBDCs experimentieren.

Viele Zentralbanken forschen an CBDCs

Zu einem erheblichen Teil handelt es sich dabei um Notenbanken von Schwellenländern wie Indien und China, doch auch Zentralbanken der Industrieländer zeigen erhebliches Interesse. Der Report zeigt jedoch auch, dass ausschließlich Schweden und Uruguay (von den untersuchten Ländern) der Einführung einer CBDC signifikant nähergekommen sind.

Für die Argumentation aus Südkorea spricht, dass bislang vor allem Staaten großes Interesse an Kryptowährungen zeigen, deren eigene Währung aus verschiedenen Gründen unter Druck steht. So ist die Akzeptanz von Kryptowährungen im von Wirtschaftskrise und Hyperinflation gebeutelten Venezuela verständlicherweise groß. Allerdings bezieht sich diese Akzeptanz nicht auf die staatliche Kryptowährung Pedro, sondern auf andere Coins. Auch der Iran denkt über die Einführung einer nationalen Kryptowährung nach.

In der jüngeren Vergangenheit gab es häufiger Berichte darüber, dass die Zentralbanken des Vereinigten Königreichs, Kanadas und Singapurs den Einsatz von CBDCs für grenzüberschreitende Zahlungen in Erwägung ziehen. In einem solchen Fall würde sich für alle anderen Akteure (Banken, Unternehmen und Verbraucher) jedoch nichts sichtbares ändern, da ein Gebrauch der Kryptowährungen ausschließlich auf Zentralbankebene möglich wäre.

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