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Kraken verteidigt sich nach Flashcrash, Märkte erholen sich von Einbruch

Die Kryptobörse bestand darauf, dass ihr System korrekt funktionierte, obwohl der Kurs von Ethereum innerhalb von 5 Minuten um 60 % eingebrochen war

Zu Beginn dieser Woche erlebten die meisten Kryptowährungen einen signifikanten Einbruch und die Märkte verloren 400 Milliarden US-Dollar. Bitcoin sank innerhalb von 48 Stunden um rund 20 % und bildete die größte rote Kerze auf der Tageschart in seiner Geschichte.

Dies ging mit einem starken Rückgang des Tesla-Aktienkurses einher, was bedeutet, dass Elon Musk nicht mehr der reichste Mann der Welt ist, sondern erneut den zweiten Platz hinter Jeff Bezos besetzt.

Altcoins erlebten ebenfalls einen starken Rückgang – Cardano sank um rund 26 %, Litecoin um fast 32 % und Polkadot sogar um 35 %. Mit am stärksten betroffen waren die jüngsten Überflieger der dezentralen Finanzwelt: Crypto.com Coin (-41 %) und Venus (-46 %).

Solana und Fantom gehörten zu der Minderheit, die sich dem Trend widersetzten und weiter stiegen.

Ethereum erlebte auch einen Rückgang, aber niemals so schlimm wie der von Kraken. Während der Ether-Kurs auf Binance und Coinbase bei ca. 1.350 US-Dollar seinen Tiefpunkt erreichte, kam es an der Kryptobörse Kraken zu einem Flashcrash auf 700 US-Dollar. Innerhalb von 24 Stunden wurden auf dem Terminmarkt fast 6 Milliarden US-Dollar liquidiert und viele Kraken-Nutzer fühlten sich dadurch benachteiligt.

Kevin Lu, Datenwissenschaftler bei Coin Metrics, legte am Montag nahe, dass der Crash durch eine Fehlfunktion der Trade Matching Engine verursacht wurde. Der Geschäftsführer von Kraken, Jesse Powell, bestritt diese Behauptung. Während einige Kunden behaupteten, dass die Börse nicht richtig funktioniert habe und sie ihre Positionen nicht schließen konnten, war Powell anderer Meinung und  antwortete einem Nutzer: „Es wird gemäß den Bedingungen liquidiert. Diese Bewegung war völlig vorhersehbar und nur weil die anderen Börsen ihr nicht gefolgt sind, heißt das nicht, dass sie es nicht doch hätten tun können. Haben Sie wirklich nicht verstanden, wie das funktioniert?“

Gestern gab Kraken in einem Blogpost eine gemäßigtere Antwort. Eine detaillierte Untersuchung des Vorfalls habe ergeben, dass die Handelsplattform die Aufträge tatsächlich korrekt verarbeitet habe.

Die Börse versprach Tradern keine Entschädigung für ihre Verluste, sagte aber, dass sie einzelne Fälle prüfe, um zu bestimmen, wie man Nutzern auf individueller Basis helfen könne.

Kraken kündigte auch anstehende Verbesserungen an, darunter die Erweiterung der Kapazität der Börse, um mehr Transaktionen abzuwickeln, und die Integration von CF Benchmarks Indizes, die Orderdaten aus mehreren Märkten für jedes Handelspaar aggregieren, um präzisere Kursbewertungen in Echtzeit zu liefern.

Der Sell-Off scheint für den Moment vorbei zu sein, da die meisten Coins in den letzten 24 Stunden positive Gewinne verbuchten. Bitcoin ist seither um 5,5 % gestiegen und hat die 50.000-Dollar-Marke zurückerobert, während Ethereum um über 15 % in Richtung 1.700 US-Dollar gestiegen ist.

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