Kanada plant stärkere Regulierung von Kryptowährungen

In Kanada bahnt sich offenbar eine strengere Regulierung von Kryptowährungen an. Ein Grund dafür ist offenbar das Desaster um die kanadische Kryptonbörse Quadriga CX. Die Regulierungsbehörden haben Vorschläge für eine neue Rahmenstruktur für Kryptobörsen veröffentlicht.

Die beiden maßgeblichen kanadischen Regulierungsbehörden CSR (Wertpapieraufsicht) und die IIROC (Organisation für Investmentregulierung) veröffentlichten Mitte März ein Konsultationspapier, dass Vorschläge für die Regulierung von Kryptobörsen auflistet.

Mehr Regulierung nach Quadriga CX Desaster

Anlass für die Regulierungsbestrebungen könnten die Geschehnisse um die kanadische Kryptobörse Quadriga CX sein. 115.000 Anleger gelangen seit Monaten nicht an ihre Coins, weil der Gründer und Chef der Börse, Gerald Cotten, plötzlich verstorben war. Die für den Zugriff auf die Bestände notwendigen privaten Schlüssel kannte ausschließlich Cotten. Mit seinem Tod sind die Bestände deshalb wahrscheinlich verloren. Die Anleger hoffen nun darauf, dass irgendwo noch eine Notiz oder dergleichen auftaucht. Es geht um insgesamt 190 Millionen Kanadische Dollar.

Das Papier der beiden Regulierungsbehörden zielt klar auf die Regulierung von Kryptobörsen ab. Das Dokument listet die wesentlichen Problemstellungen und Risiken dieser Börsen auf. So könnten digitale Vermögenswerte nicht sicher genug verwahrt sein. Zudem könne es zu Manipulationen oder Betrug kommen. Investoren könnten im Fall einer Insolvenz einer Börse geschädigt werden. Außerdem mangele es bei vielen Börsen an Transparenz.

Das Papier schlägt unter anderem vor, Leerverkäufe zu verbieten. Bei Leerverkäufen leihen sich Marktteilnehmer Bestände und veräußern diese am Markt. Die Hoffnung: Sinkt der Kurs, können die Bestände zu einem späteren Zeitpunkt günstiger zurückgekauft werden. Die Differenz zwischen Verkaufskurs und Wiedereindeckungskurs abzüglich der Leihgebühr entspricht dann dem Gewinn. Leerverkäufe steht in dem Ruf, Kursstürze auszulösen und für Betrügereien genutzt zu werden.

Auch in Europa ist mehr Regulierung in Sicht

Die kanadischen Behörden wünschen sich im Hinblick auf die künftige Regulierung des Segments Inputs von FinTech-Unternehmen und anderen Akteuren. Daran wird deutlich, dass allzu konkrete Regulierungsschritte in Kanada in nächster Zeit noch nicht zu erwarten sind.

Dies gilt auch für Europa. Auch diesseits des Atlantiks wird eine strengere Regulierung von Kryptowährungen angestrebt. Die Europäische Wertpapieraufsicht ESMA und die Europäische Bankenaufsicht EBA stießen vor einiger Zeit entsprechende Diskussionen an. Bis es zu einer konkreten Regulierung kommt, kann jedoch auch in Europa noch einige Zeit vergehen.

Diverse Banken bieten mittlerweile umfangreiche Leistungen wie zum Beispiel Custody an. Auch Bakkt, hinter dem unter anderem die ICE steht, will mit dem Bakkt Warehouse eine Lösung für Storage und Settlement anbieten. Das Problem der meisten dieser Lösungen: Es gibt keine unabhängige Clearingstelle. Stattdessen besteht aus Sicht der Anleger in jedem Fall ein Kontrahentenrisiko.

Featured Image: Hannamariah / Shutterstock.com

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